2. August 2020

Pegamo.de

Alles übers Pferd

Fein Cera auf Leinwand, acht Fohlen und viel Gesprächsstoff

Fein Cera auf Leinwand.

Fein Cera auf Leinwand. (Foto: Brüske)

(Kollmar) Sie “schwebte” gewissermaßen über allem: Die Holsteiner Stute Fein Cera, Olympiasiegerin in Athen und mit WM-Bronze 2003 dekoriert, bestes Pferd im Pferdewechsel bei der WM. Dort wo sie geboren wurde und im Alter von 28 Jahren 2019 auch verstarb, gibt es Fein Cera nun auf Leinwand gebannt. Mit wachem Blick im feinen Gesicht ist sie über dem Sprung zu sehen. Das großformatige Bild hängt in der großen Hallentür der Reithalle, vis-a-vis zu den Ahnen Gera und Retina, die an der anderen Giebelseite bereits als Gemälde verewigt sind. Und so wie die Pferde über Jahrzehnte moderner wurden, so spiegeln das auch die Gemälde der bedeutendsten Thormählen-Pferde an den Wänden der Reithalle wider.

Züchter Harm Thormählen erfüllte sich mit dem Gemälde der Künstlerin Heike Landherr aus Koberg einen Wunsch. Beide kennen sich lange, Heike Landherr schuf auch die Bronzeskulptur des Hengstes Capitol, der soviel Bedeutung für die Holsteiner Pferdezucht entfaltet hat und aus der Zucht der Familie Thormählen stammt.  

Wie praktisch immer, wenn so-und-so-viele Pferdeversessene aufeinandertreffen wie an diesem sonnigen Spätnachmittag in Kollmar, dreht sich jegliches Gespräch irgendwie weiträumig um Pferde. Dann sieht man Welt-Herausgeber Stefan Aust beim Fohlenbilder-zeigen auf dem Smartphone und hört die Derbysieger Achaz von Buchwaldt, Pato Muente und Richter Michael Gonell plaudern. Und Pferde gab es –  selbstverständlich – auch zu sehen. Insgesamt acht Mutterstuten mit ihren Fohlen präsentierten Harm und Ingela Thormählen ihren Besuchern. Zwei bemerkenswerte Conthargos-Söhne darunter, einer aus Die Cera, der andere aus Kleine Krone. Überhaupt, die Mütter –  alles feine Damen – was man ja so erwarten darf auf dem Hof Thormählen und gute Fohlen. Genau hingeschaut haben u.a. auch Holsteins Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen, und Vermarktungschef Roland Metz, Prof. Hartwig Schmidt – der Corradina-Züchter – und Herbert Ulonska (Hengststation Maas J. Hell). 

Jac Remijnse, Zuchtexperte aus den Niederlanden, und eng verbunden mit dem Hof Thormählen, verwob “Pferde-Familiengeschichten” mit jener der Thormählens und landete passend bei Fein Cera, deren Ururgroßutter Retina ist, jene Stute mit der Fritz Thiedemann 1959 das Deutsche Spring-Derby gewann und die später Mutter von Capitano wurde. Ihre Nachfahrin Fein Cera bekam noch vor der Sportkarriere die Tochter Kleine Cera und jene Stute brachte die Derbysiegerin Zera und die Olympiateilnehmerin Ornellaia (John Whitaker 2016 in Rio). Harm Thormählen selbst erinnerte voller Freude an Fein Cera, deren Springvermögen er Ehefrau Ingela einst unbedingt zeigen wollte –  was mangels Interesse auf Seiten der Stute zunächst mißlang und zur Intervention der klugen Gattin Thormählens führte. Letztlich erzieltes Ergebnis: eine besonders beeindruckende Vorstellung! Die schönsten und bewegendsten Ergebnisse sind mit dem US-amerikanischen Springreiter Peter Wylde verbunden, der die sensible und intelligente Fein Cera zu ihren größten Erfolgen ritt und sie auch heute noch als “Lebenspferd” tituliert, als etwas Besonderes: “Fein Cera zu reiten, das war wie Klavier spielen zu können.” Martina Brüske

Fein Cera auf Leinwand – darunter haben sich v.l. Künstlerin Heike Landherr, Ingela und Harm Thormählen, Pato Muente und Philipp Baumgart versammelt. (Foto: Brüske)

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