29. September 2020

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BuCha 2020: Die Spannung steigt

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Warendorf (fn-press). Die Spannung auf dem Warendorfer Bundeschampionatsplatz steigt. Als letzte Gruppe hatten am Freitag die fünf- und sechsjährigen Dressurponys ihren ersten Auftritt auf den neuen Vierecken. Auf dem Reitpferdeplatz fanden die letzten Qualifikationen für den Showdown am Wochenende statt – für die dreijährigen Reitpferde und vierjährigen Reitponys. Die Finals können also kommen.


Bis zur letzten Abteilung mussten die Zuschauer bei den dreijährigen Reitpferdehengsten warten, um den Sieger zu sehen: Va‘ Pensiero von Vitalis – Fürstenball. Dreimal zückten die Richter, Peter Mannheims, Dr. Carsten Munk und Ute von Platen, die 9,5: für Schritt, Trab und die altersgemäße Erfüllung der Aufgaben. Dazu gab es eine 9 für das Exterieur und eine 8,5 für den Galopp. Das bedeutete die 9,2 für den braunen Hannoveraner und den Sieg im Preis der Süddeutschen Pferdezuchtverbände Vermarktungs GmbH. Stationiert ist der auf dem Zuchthof Düvel geborene Hengst aus dem Besitz von Felix-Ferdinand Becker auf dem Klosterhof Medingen, vorgestellt wurde er von Hannah Laser. „Der Hengst ist seit der Hengstvorführung im Frühjahr bei uns, seitdem hat er zwei Prüfungen vor der Qualifikation gewonnen, dann beim Verdener Championat beide Prüfungen und nun hier seine fünfte Prüfung. Er arbeitet einfach für den Reiter, will nichts verkehrt machen“, sagte Burkhard Wahler und ergänzte: „Und wenn es am Sonntag mit der sechsten Prüfung auch noch klappt, haben wir nichts dagegen.“

Wie schon in Verden kam die stärkste Konkurrenz von Rockabye, der von Sina Aringer für Helgstrand Dressage vorgestellt wurde. Der braune Hengst von Revolution aus einer Mutter von Belstaff (Züchterin: Sally Hjort Schultz) wurde mit ähnlich guten Noten wie der Sieger bedacht (Trab 9, Galopp 9, Schritt 8,5, Ausbildung 9,5 Exterieur 9) und landete mit der Gesamtnote 9,0 auf Platz zwei. Szenenapplaus der wenigen Zuschauer vor Ort hatte zuvor der Westfale Macchiato erhalten, einer von insgesamt vier Söhnen des Morricone im Starterfeld. Der dunkelbraune Westfalenchampion, von Norbert van Laak aus einer Mutter von Just Perfect gezogen, erzielte eine Endnote von 8,9. Der Hengst geht für die Station Pape in Hemmoor an den Start.

Anders als bei den Hengsten bekamen die Zuschauer bei den dreijährigen Stuten und Wallachen gleich in der ersten Abteilung den späteren Sieger zu sehen: Rock Festival von Rock Forever I – Fürstenball. Der ganggewaltige Dunkelbraune wurde von seiner Züchterin und Besitzerin Joline Durand selbst vorgestellt. „Es ist mein erstes selbst gezogenes Pferd, ich habe seine Mama auch noch im Stall, aktuell mit einem Stutfohlen von Bon Vivaldi bei Fuß. Ich habe ihn rausgezogen bei der Geburt, er ist seitdem bei mir auch großgeworden und jetzt halt unter dem Sattel“, sagte die Pferdewirtschaftsmeisterin aus Riesenbeck. „Ich war von Anfang an sehr begeistert. Er kann auch mal ein Clown sein, so draußen auf dem Abreiteplatz, aber auf dem Viereck ist er dann voll da. Er ist super zu reiten, das war die Mutter auch schon. Und mit Rock Forever als Vater – das ist eh mein Blut. Ich bin mega happy“. In Verden gewannen die beiden in diesem Jahr bereits das Hannoveraner Championat, nun ließen sich auch die Richter – Peter Mannheims, Dr. Carsten Munk und Ute von Platen – begeistern. Gleich zwei Mal vergaben sie die Höchstnote 10, für den Trab und den Galopp, dazu eine 9,5 für die altersgemäße Erfüllung der Aufgabe sowie jeweils ein „Sehr gut“ für den Schritt und das Exterieur. Insgesamt ergab dies eine 9,5 – ein Einstieg für die beiden Bundeschampionats-Debütanten, wie er besser kaum hätte ausfallen können.

Auf dem zweiten Platz folgte mit einer 8,9 die mit exzellentem Schritt und Galopp (jeweils 9,5) ausgestattete Oldenburger Stute First Date OLD (v. For Dance M – Weltmeyer) aus der Zucht und im Besitz von Dr. Hans-Hermann Lagershausen. Sie wurde von Veronika Steinhof vorgestellt. Gleich zweimal wurde der dritte Platz vergeben. Jeweils ein Ergebnis von 8,4 erzielten die Oldenburger Stute Ronja Räubertochter sowie die Trakehner Stute Helene. Ronja Räubertochter, eine schwarzbraune Tochter des Bon Coeur wurde von Friedrich Kuhlmann aus einer Romanov Blue Hors-Mutter gezogen, wurde von Hermann Gerdes in Warendorf vorgestellt. Helene (v. Helium – Kaiserdom) stammt aus der Zucht von Nadine und Peer Rüdel und befindet sich im Besitz von Helmar Bescht. Im Sattel saß Vanessa Siedentopf.

Erneut Kurs auf den Titel nahm bei den vierjährigen Ponystuten und –wallachen der Palominowallach DSP Glückskeks mit einem Sieg in der Finalqualifkation, dem Preis der Ponyforum GmbH. Der Vorjahressieger bei den Dreijährigen wurde erneut von Michèle Schulmerig vorgestellt. Bei der Vorstellung des Golden West-Sohnes aus einer FS Champion-Mutter de Luxe gefiel den Richtern – Wolfgang Egbers, Peter Olsson, Jürgen Uthoff – nicht nur die altersgemäße Erfüllung der Aufgaben und der Schritt (8,5), sondern auch Trab, Galopp und Exterieur (jeweils 8,0). Gesamtnote 8,3. „Ich muss sagen, ich bin total zufrieden mit dem Glückskeks heute, weil die Atmosphäre ist hier eben für ein junges Pony trotzdem immer noch ‚krass‘“ ist“, sagte die Reiterin. „In der Prüfung war er heute super und total bei mir. Es ist nicht immer ganz so einfach, denn gestern und heute Nacht hat es auch viel geregnet, da ist der Boden dann natürlich auch anders.“ DSP Glückskeks stammt aus der Zucht von Michèle Schulmerigs Mutter Heike. „Ich glaube, seine Mutter haben wir dreijährig gekauft und sie anfangs geritten. Irgendwann haben wir entschieden, dass wir ein Fohlen aus ihr ziehen, weil meine Mama da Spaß dran hat. So kam eins zum anderen. Wir haben mehrere Fohlen aus dieser Stute und mit Golden West war das wirklich eine gute Anpaarung. Etwas Pech ist nur, dass wir sie in dem Jahr, als Glückskeks auf die Welt gekommen ist, verkauft haben.“

Auf dem zweiten Platz landete RM Golden Pleasure (v. Hesselteich's Golden Dream – FS Champion de Luxe). Auch der in Hessen gezogene Palomino-Sohn erzielte nur Noten von 8 und besser und sicherte mit der Gesamtnote von 8,2 den Einzug ins Finale. RM Golden Pleasure stammt aus der Zucht von Anja Maier und wird in Warendorf von seiner Besitzerin Laura-Patricia Muncz selbst vorgestellt. Auf dem dritten Platz sortierte sich der in Westfalen gezogene Cute little Liar (v. Cosmopolitan D – Kaiserwalzer) ein. Gezogen von Monzer und im Besitz der Equi-Pos GmhH und Co KG, wurde Cute little Liar von Paulina Holzknecht vorgestellt, im vergangenen Jahr Mannschaftseuropameisterin der Jungen Reiter, die seit einigen Monaten auf Gut Jagenberg in Solingen einen eigenen Ausbildungsstall betreibt.

Auch bei den vierjährigen Ponyhengsten beeindruckte der Schritt des „Titelverteidigers“ D-Gold AT NRW die Richter – Wolfgang Egbers, Peter Olsson und Jürgen Uthoff – so sehr, dass sie dafür die Höchstnote 10 vergaben. Und auch sonst fielen die Noten für den Palomino-Hengst hoch aus: Trab 8,5, Galopp 8, altersgemäße Erfüllung der Aufgaben 9 und Exterieur 8,5 – das hieß insgesamt 8,8 und damit Sieg im Preis der Ponyforum GmbH. „Der Ritt hat sich ganz toll angefühlt, ich war sehr zufrieden mit ihm. Das einzige, was man ein bisschen gemerkt hat, war der Wetterumschwung. Er war ein klein wenig müde“, sagte seine Reiter Jacqueline Schurf. D-Gold AT NRW stammt aus der Zucht der Hengststation AT Schurf in Bedburg mit den Dreidimensional I AT NRW und Dimension AT NRW auf der Mutterseite im Pedigree.

Auch der zweitplatzierte Genesis BL ist auf dem Warendorfer kein Unbekannter. Bereits 2019 gewann er Silber bei den dreijährigen Ponyhengsten und auch in diesem Jahr musst er lediglich D-Gold AT NRW den Vortritt lassen. Genesis B Genesis BL (v. Golden West – .FS Don't Worry) stammt aus der Zucht und dem Besitz von Inga Bulle, anders als im Vorjahr wurde er allerdings von Tanja Fischer vorgestellt und erzielte ein Gesamtergebnis von 8,7.

Auf dem dritten Platz ordnete sich Timms Ozzie mit der Endnote 8,6 ein, ein in Holstein von Jens-Peter Timm gezogener Fuchshengst von Olivier K – M.v.Brooklands Moonwalker. Vorgestellt wurde der Hengst von Franziska Haase, Besitzer ist Fritz Laabs.

Erstmals griffen am Freitag auch die Dressurponys ins Geschehen ein. Ihre Prüfungen fanden erstmals auf der „Hammerwurfwiese“ statt, sonst Vorbereitungsplatz der Springpferde. Bei den fünfjährigen Dressurponys hieß der Sieger PAV Nachtschwärmer. Mit der Note 8,3 setzte sich der Nemax-Sohn (MV: FS Don't Worry) an die Spitze, etwas überraschend selbst für seine Reiterin Antonia Busch-Kuffner. „Ehrlich gesagt, damit hätte mich nicht gerechnet. Er hat sich erst so übers Jahr so entwickelt und sich innerhalb der letzten Wochen richtig gesteigert. Es ist ein ganz Lieber, aber auch sehr sensibel und manchmal noch etwas aufgeregt. Es ist auch sein erstes Bundeschampionat“, sagte die 15-Jährige, die in dieser Prüfung gleich drei Pony unter den ersten vier platzieren konnte. Der drittplatzierte PAV Timm Thaler (v. Talisman MV: Nico The Champ) stammt wie der Sieger aus der Zucht und dem Besitz von Gabriele Heemsoth. Mit einer 7,9 schnitt der in Hannover gezogene Dunkelfuchshengst ein Zehntel besser ab als der zweimalige Bundeschampion Cosmo callidus (v. Cosmopolitan D – Cyriac WE), der mit Antonia Busch-Kuffner auf Platz vier landete.

Auf dem zweiten Platz sahen die Richter – Horst Eulich, Dr. Michael Hubrich und Harry Lorenz – mit einer glatten 8,0 Heitholms Dance Away (v. Don't Worry – Don Davidoff). Er wurde von der Hof Heitholm Kasch GmbH in Holstein gezogen und befindet sich um Besitz Jana Freund Dressage and more. Im Sattel sitzt in Warendorf Virginia Spönle.

Die Finalqualifikation der sechsjährige Dressurponys, der Preis der Hengststation Ahlers, ging auf das Konto der Vorjahres-Dritten New Magic, einer im Rheinland gezogenen Fuchsstute von FS Numero Uno – Voyager. Insgesamt die Note 8,5 – eine 9 für den Trab, 8 für Galopp, 8,5 für den Schritt und 8,5 für die Rittigkeit – vergaben die Richter – Kerstin Holthaus, Thomas Keßler und Ulrike Nivelle – für die von Mira Wienhofen vorgestellte New Magic. „Sie ist immer motiviert, heute am Anfang vielleicht zu motiviert, aber sobald es ins Viereck geht, macht sie einfach mit und ist immer schön zu reiten und man weiß, dass man sich auf sie verlassen kann“, sagte die 16-Jährige. New Magic stammt aus der Zucht von Heinz Baumanns, Besitzerin ist Patricia Gehre.

Mit der Gesamt 8,2 folgte Diego Diaz AT auf Platz zwei. Der Hengst von D-Day AT – FS Don't Worry wurde von Ellen und Mathias Langanke und gehört Emily Konrad. Im Sattel saß wie schon im Vorjahr Laura Amelie Borges. Vor einem Jahr belegten sie in der Finalqualifikation noch Platz drei und beendeten die Bundeschampionate mit einem fünften Platz im Finale.

Bereits drei schwarz-rot-goldene Schärpen kann DSP Cosmo Royale (v. Cosmopolitan D -Casino Royale) vorweisen. 2017 und 2018 gewann er mit Züchterin und Besitzerin Danica Duen bei den Reitponys, im vergangenen Jahr sicherte er sich mit deren Tochter Sophie Luisa Duen den Titel bei den fünfjährigen Dressurponys. In der Finalqualifikation 2020 erreichten die beiden mit der Gesamtnote 8,1 den dritten Platz.

Zwei Sieger hatte das Kleine Finale der fünfjährigen Dressurpferde, der Preis der Hengststation Rüscher-Konemann. Jeweils die 8,4 gab es für die Hannoveraner Deep Infinity (v. Danciano MV: Sir Donnerhall I) sowie Livorno (v. Livaldon MV: Rotspon). „Ich bin ohne Erwartung hergefahren. Ich hatte aber das Gefühl, wir sind sehr gut vorbereitet wir waren super gut darauf die Wochen, aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich das Kleine Finale hier gewinnen würde, sagte Livornos Reiterin Franziska Haase, die an diesem Tag bereits den dritten Platz bei den vierjährigen Reitponyhengsten belegt hatte. Wie auch Timms Ozzie steht auch Livorno im Besitz von Fritz Laabs, gezogen wurde er von der Zuchtgemeinschaft Sigrid und Engelhart Crome-Sperling.

Ebenfalls zufrieden mit dem Abschneiden ihers Pferdes, Deep Infinity, einem Produkt des Gestüts Lewitz und im Besitz von Jasmin Troike, war dessen Reiterin Tessa Frank. Die erfahrene Bundeschampionatsreiterin äußerte sich auch zu den coronabedingten Veränderungen: „Es ist anders, aber es wurde super umgesetzt für uns Reiter. Es ist total toll organisiert und ich finde, wir können alle froh sein, dass wir dieses Jahr Bundeschampionate haben und von daher ist es wirklich gut. Und es ist auch auf den Vierecken auf dem Springplatz wirklich schön zu reiten.“

Am Samstag stehen die ersten Finals auf dem Programm. Sowohl bei den sechsjährigen Dressurpferden als auch den vierjährigen Reitpferden und dreijährigen Reitponys werden die Schärpen vergben. Alle Ergebnisse, Starter- und Ergebnislisten gibt es hier: www.pferd-aktuell.de/spitzensport/bundeschampionate/starterlisten-ergebnisse-und-medaillenspiegel

Zusätzlich bieten FN und ClipMyHorse.TV zahlreiche digitale Angebot rund um die Bundeschampionate an, wie zum Beispiel eine Nachrichtensendung, die täglich abends ausgestrahlt wird. Die Beiträge der „Bundeschampionate digital“ sind hier zu finden: www.pferd-aktuell.de/bundeschampionate-digital Hb

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