29. September 2020

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BuCha 2020: Sommernacht ist Bundeschampionesse der fünfjährigen Dressurpferde

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Warendorf (fn-press). Am letzten Tag der Bundeschampionate 2020 wurde traditionsgemäß das Finale der fünfjährigen Dressurpferde, präsentiert von Selleria Equipe, entschieden. Hohe Noten im 9er Bereich blieben dieses Jahr aus, die drei besten Pferde lagen allsamt dicht beieinander. Neue Bundeschampionesse mit der Gesamtnote von 8,7 ist die Oldenburger Stute Sommernacht.

Sommernacht, eine Tochter des Rocco Granata aus einer San Remo-Mutter aus der Zucht und im Besitz von Ingo Pape (Hemmoor) war als einer der drei Sieger der zweiten Abteilung der Finalqualifikation hervorgegangen (8,8) und hat sich im Finale unter ihrer Reiterin Greta Heemsoth „toll präsentiert“, so das Urteil der Richter Michael Hubrich, Henning Lehrmann und Ulrike Nivelle. Der Trab (8,5) war sehr fleißig mit einem hohen Grad an Schwingung und Elastizität, die Verstärkungen waren von einer guten Bergauftendenz und gut entwickeltem Schub geprägt. Imponierend war dabei auch das Gleichmaß der Bewegungen. Im Schritt zeigte sich die Stute sehr taktsicher und fleißig durch den ganzen Körper schreitend bei guter Dehnung (8,5). Die Galoppade imponierte durch Fleiß mit einem klar erkennbaren Sprung und deutlich erkennbarer Bereitschaft zur Lastaufnahme (8,5). Da sich die Stute durchgehend mit einem hohen Maß an Durchlässigkeit bei bester Maultätigkeit, stets vor den Reiterhilfen und bei „optimaler Anlehnung“ präsentierte, war dies den Richtern eine 9,0 wert. Der Gesamteindruck wurde durch die guten Grundlagen, gepaart mit der richtigen Ausbildung und der guten Perspektive ebenfalls mit einer 9,0 belohnt. Greta Heemsoth, die nahezu parallel auch die Bronzemedaille bei den dreijährigen Hengsten holen konnte, war nach dem Sieg völlig überwältigt. Mit Sommernacht stellte sie erstmals einen Bundeschampion vor. „Sommernacht ist unheimlich lieb. Sie will immer, immer alles richtig machen und ist erst ganz kurze Zeit geritten.“ Dieser Erfolg des Paares ist umso bemerkenswerter, da die Stute drei- und vierjährig noch auf der Wiese stand. Erst Anfang des Jahres wurde mit der Arbeit begonnen, zunächst von der Auszubildenden Henriette, bevor Greta Sommernacht vor zirka vier Monaten übernommen hat. „Die Stute ist so schlau und lernwillig, sonst hätte sie auch in so kurzer Zeit niemals diese schwere Aufgabe so souverän absolvieren können“, schwärmte Greta Heemsoth. „Einfach nur ein super Pferd.“

Vizechampion darf sich DSP Danny Cool nennen. Der bayrisch gezogene Wallach von Danciano – Sandro Hit (Züchterin: Christine Sappl, Eurasburg-Beuerberg, Besitzerin: Margit Eisner) ging als vorletzter Starter ins Viereck. Nach einem zweiten Platz in der Finalqualifikation (8,6) wiederholte der Wallach unter dem Sattel von Lisa Horler seine Leistung und rangierte – ebenfalls mit der Endnote von 8,6 – auf dem Silberrang. Die Richtergruppe bescheinigte ihm, ein „zweifellos imponierendes Pferd mit drei klasse Grundgangarten“ zu sein. Für den Trab wurde eine 9,0 vergeben: Hier überzeugten die Selbstverständlichkeit der Bewegungen, schön durch den Körper, durchweg gut ausbalanciert bei guter Rückentätigkeit und Ausdruck. Ein Höhepunkt bildete der Schritt, der den Richtern durch seine Taktsicherheit und Übertritt bei „geradezu schulmäßiger Dehnung“ eine 9,5 wert war. Die Galoppade war taktsicher mit bemerkenswerter Elastizität und Rückentätigkeit, allerdings hätte man sich in der Versammlung etwas mehr Untersprung und Lastaufnahme gewünscht (8,0). Da sich der Wallach locker und selbstverständlich präsentierte, wurde für die Durchlässigkeit eine 8,0 vergeben, sowie eine 8,5 für die allgemeine Qualität und den Gesamteindruck.

Nur knapp dahinter platzierte sich der Hengst Jetset mit 8,5 auf dem dritten Platz. Der hannoversch gezogene Nachkomme von Johnson – Beltoni (Züchterin: Nina Sixtensson, Köping, Besitzerin: Marcel Opperbeck) empfahl sich erst über einen dritten Platz im Kleinen Finale (8,3) für das Finale und wurde von Kira Laura Soddemann vorgestellt. In der Trabtour war die Bewegung durchgehend vom ganzen Körper entwickelt und getragen, die Übergänge von erkennbarer Versammlungsbereitschaft gezeichnet (8,5). Der fleißige Schritt war ein Höhepunkt, „toll durch den Körper gehend, schulmäßige Dehnung“, und erhielt eine 9,0. Für den Galopp im sicheren Dreitakt mit guter Versammlungsfähigkeit wurde die 8,5 vergeben, für die Durchlässigkeit 8,0. Da der Hengst mit einer hohen Grundqualität mit Taktsicherheit in allen drei Grundgangarten und einer guten Perspektive ausgestattet ist, lautete die Note für den Gesamteindruck 8,5.

Der Sieger der Finalqualifikation (9,0) und als Favorit gehandelte Hengst So Unique, ein Sohn des Erfolgsvererbers Sezuan aus einer Donnerhall-Mutter und Bundeschampion 2018 der dreijährigen Reitpferde, zeigte sich heute nicht in seiner gewohnten Form. Nach Spannungen und einigen Unsicherheiten erhielt der Hengst unter seiner Reiterin Eva Möller die Gesamtnote 8,1 und kam damit nicht über Platz zehn hinaus. FN/Katja Arens

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