27. September 2020

Pegamo.de

Alles übers Pferd

FN Logo

FN Logo

Aachen (fn-press). Selten sah man so viele Weltklassereiter bei einem Drei-Sterne-CSI am Start wie bei „Aachen International Jumping“. Das Springturnier wurde nicht im Hauptstadion, sondern in der Dressurarena, dem Deutsche Bank-Stadion, ausgetragen. Im Großen Preis mussten die deutschen Gastgeber ihren ausländischen Mitstreitern die vorderen Plätze überlassen. Das Springen gewann der Niederländer Maikel van der Vleuten mit Beauviille Z, bestes deutsches Paar waren Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und die erst achtjährige Stute Mila auf Platz 6.

Aachen hat immer einen guten Klang, und so kamen die internationalen Stars des Springsports gerne in die Soers, auch wenn es nicht um den CHIO mit seinen üppig dotierten Springen, sondern „nur“ um ein Drei-Sterne-CSI im Dressurstadion ging. In Abstimmung mit den Behörden durften sogar rund 300 Zuschauer die Ritte verfolgen. Der Große Preis, diesmal nicht von Sponsor Rolex unterstützt, firmierte als „Allianz-Preis“, war immerhin auch mit 100.000 Euro dotiert und lockte 48 Reiter an den Start. Warum 21 Paare in dem von Frank Rothenberger (Bünde) gestalteten Parcours fehlerfrei blieben, wusste niemand zu beantworten. Schwer genug war’s, wie die Reiter unisono betonten. So entwickelte sich das Stechen zu einem zweiten Umlauf, den wiederum sieben Paare ohne Abwurf meisterten. Am schnellsten erledigte der Niederländer Maikel van der Vleuten seinen Job. Im Sattel des Zangersheider Wallachs Beauville Z benötigte er 44,77Sekunden. Da kam der gewohnt flotte Schwede Henrik von Eckermann nicht mit. Bei ihm und dem Hannoveraner Peter Pan (v. Perigueux) zeigte die Uhr 45,38 Sekunden. An dritter Stelle reihte sich, ebenso fehlerfrei, der Franzose Julien Epaillard mit dem Selle Francais-Hengst Safari D Auge ein (0/46,18). Die deutschen Reiter hatten diesen guten Zeiten wenig entgegen zu setzen. Am besten schlug sich Ludger Beerbaum mit seiner erst achtjährigen Monte Bellini-Tochter Mila aus dem Oldenburger Springpferdezuchtverband OS. Es ist der bislang größte und auch ein wenig überraschende Erfolg dieser noch recht „grünen“ Schimmelstute. Mit Rücksicht auf das Alter des Pferdes ließ es der Riesenbecker Multichampion bewusst ruhiger angehen (0/52,42).

Im Großen Preis hatte Richard Vogel mit einem Abwurf das Stechen zwar verpasst, aber er war der Held der drei Aachener Turniertage. Der 23-Jährige gewann drei Springen und ritt dreimal in die Platzierung, im schlechtesten Fall auf Rang vier. Gelernt hat er sein Handwerk bei Ludger Beerbaum, in dessen Betrieb er über zwei Jahre als Bereiter tätig war. Der Schritt in die Selbständigkeit hatte ihn zunächst nach Südhessen geführt, doch wenige Tage vor Turnierbeginn bezog er mit seinen Pferden sein neues Quartier am Rande von Marburg: Auf Hofgut Dagobertshausen arbeitet er nun gemeinsam mit David Will. Richard Vogel hatte schon mehrfach auf sein großes Talent aufmerksam gemacht. Zweimal, 2018 und 2019, gewann er das Finale des U25 Springpokals der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und der Familie Müter. Dieses wird ebenfalls in Aachen ausgetragen. Der Anschluss an den Seniorensport ist ihm offenkundig bestens gelungen.    hen

Alle Ergebnisse aus Aachen gibt es hier: https://resulting.chioaachen.de/show/13/schedule/

Abonnieren Sie dem Newsletter!

d1a5a6f68d