29. September 2020

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Balve: Deutsche Meisterschaft als Saison-Höhepunkt der Dressurreiter

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Balve (fn-press). Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicken die Beteiligten auf die in der kommenden Woche beginnende Deutsche Meisterschaft der Dressurreiter. Dankbarkeit und Erleichterung, dass der Saison-Höhepunkt im Rahmen des Longines Balve Optimum trotz der Corona-Pandemie im Sauerland stattfinden kann, sind groß. Ebenso groß ist der Wermutstropfen, dass nicht so viele Zuschauer live dabei sein können wie gewohnt. Zumindest eines, das ist zu erwarten, wird so sein wie immer: Das sportliche Niveau. Denn die Mitglieder des Olympia- und Perspektivkaders werden beinahe komplett vertreten sein.

Rosalie von Landsberg-Velen hat nervenaufreibende Wochen und Monate hinter sich. Die Veranstalterin des Longines Balve Optimum und ihr Team schwankten zwischen einer kompletten Absage des Turniers und dem Mut, etwas anderes zu wagen: „Rückblickend waren wir schon im März super aufgestellt und wären bereit gewesen, die Deutsche Meisterschaft im Mai auszurichten. Dann kam Corona, das war für alle eine echt schwierige Situation, die uns total gebeutelt und Nerven gekostet hat“, berichtet sie. „Aber es wäre für uns nicht infrage gekommen, gar nichts zu machen. Wir passen uns an. Wir werden digital. Und wir versuchen etwas aufzubauen, das schön aber anders ist. Unser Motto ist: Klein und fein und trotzdem in einer schönen Atmosphäre. Die Zuschauer werden uns fehlen, denn das Turnier lebt von den Zuschauern.“

Zwar gibt es keine Tickets im öffentlichen Verkauf. Fans des Dressursports können sich die Prüfungen aber dennoch im kostenlosen Livestream von ClipMyHorse.TV ansehen. Dabei können sich die Zuschauer auch selbst als Richter versuchen und über die Spectator-Judging-App Noten für die verschiedenen Ritt vergeben. „Wir bemühen uns mit allen Mitteln, das Turnier auf vielen Kanälen zu übertragen und Informationen und Einblicke über unsere Homepage, Social Media und ClipMyHorse zu bieten. Es wird viel passieren, das alle miterleben können“, kündigt Rosalie von Landsberg-Velen an.

Stellenwert bleibt unbestritten
Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu blickt trotz der Corona-Auflagen zuversichtlich auf die anstehenden Meisterschaften: „Es gab ja in der Zwischenzeit wieder Turniere und Jugend-Championate mit Hygienemaßnahmen, an die sich alle gut gehalten haben, und mit einer überschaubaren Menge an Menschen und Pferden. Ich bin allen Veranstaltern dankbar, die das auch in dieser Zeit möglich machen – mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Es werden neue Ideen und Perspektiven geschaffen, wie man solche Turniere unter Auflagen durchführen kann.“ Der Stellenwert der DM bleibe unbestritten hoch, für die Dressurreiter stehe das Saison-Highlight an: „Balve ist dieses Jahr das einzige Turnier im Championatsmodus mit Grand Prix, Special und Kür. Was später in der Hallensaison noch kommen wird, das wissen wir nicht. Jetzt sind wir erstmal froh und dankbar, dass wir diese tolle Meisterschaft im Spätsommer haben“, so Theodorescu.

Isabell Werth wird in diesem Jahr mit zwei ihrer drei Spitzenpferde nach Balve reisen – zum einen mit dem 14-jährigen Westfalen Emilio, mit dem sie 2019 ihren 15. DM-Titel feierte, und mit der 15-jährigen Weihegold OLD, mit der sie 2016 den Titel feierte. Beide Pferde waren vor kurzem schon siegreich auf Vier-Sterne-Niveau im österreichischen Achleiten. „Ich hoffe, dass sich die beiden Pferde auch in Balve so präsentieren, wie sie das in Achleiten getan haben“, sagte Werth und ergänzte augenzwinkernd: „Die Wetterkarte habe ich schon studiert und hoffe, dass wir die angekündigten Temperaturen aushalten.“

Hochklassiges Starterfeld
Neben Werth haben sich alle Mitglieder des deutschen Olympiakaders für Balve angekündigt: Dorothee Schneider (Framersheim), die im vergangenen Jahr ihren zweiten DM-Titel gefeiert hat, wird mit Faustus antreten. Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) und TSF Dalera BB, deutsche Vize-Meister in der Kür, werden ebenso dabei sein. Sönke Rothenberger (Bad Homburg) kommt mit Santiano R, Benjamin Werndl (Aubenhausen) mit Famoso OLD und Daily Mirror, Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit Annabelle, Ingrid Klimke (Münster) mit Franziskus und Hubertus Schmidt (Borchen) mit Escolar. Aus dem Perspektivkader tritt Frederic Wandres (Hagen a.T.W.) mit Duke of Britain an. Lisa Müller (Otterfing) muss passen, da ihr Pferd Stand By Me OLD verletzt ist. Das Teilnehmerfeld wird komplettiert mit den Gewinnern des Louisdor-Preises 2019, Senta Kirchhoff (Menden) und L’Arbuste, sowie Carina Bachmann (Sassenberg) und Tarantino.

Wie gewohnt werden bei den Deutsche Meisterschaften der Dressurreiter zwei Titel vergeben. Am Freitag, 18. September, steht ab 15.30 Uhr zunächst der Grand Prix auf dem Programm. Die ersten Medaillen gibt es dann am Samstag im Grand Prix Special zu gewinnen. Titelverteidigerin ist Dorothee Schneider, die 2019 mit Showtime FRH gewann. Am Sonntag steht dann ab 14.30 Uhr die abschließende Grand Prix Kür auf dem Programm, in der es noch einmal um Gold, Silber und Bronze geht. Hier siegte im vergangenen Jahr Isabell Werth mit Emilio.

Hintergrund: Normalerweise finden in Balve zu Beginn der Saison die Deutschen Meisterschaften der Dressur- und Springreiter statt. Der ursprünglich geplante Termin Anfang Mai konnte aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus nicht gehalten werden. Die DM wurde in den September verschoben, muss aber in einem kleineren Rahmen als gewöhnlich stattfinden. Die Springreiter targen ihre DM vom 12. bis 15. November in Riesenbeck aus. jbc

Alle Informationen rund um die Deutschen Meisterschaften in Balve gibt es unter: www.balve-optimum.de

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