16. Oktober 2020

Pegamo.de

Alles übers Pferd

AWÖ Bundeschampionat 2020: Erste Titel vergeben

Bundeschampionesse dreijährige Bundesjungstuten 2020: Novara MB v. Florenz (Z. & B.: Barbara & Michael Hager, Seekirchen, S) © TEAM myrtill

Bundeschampionesse dreijährige Bundesjungstuten 2020: Novara MB v. Florenz (Z. & B.: Barbara & Michael Hager, Seekirchen, S) © TEAM myrtill

Am heutigen Freitag (18.9.2019) fielen im Rahmen des 36. AWÖ Bundeschampionat im Pferdezentrum Stadl-Paura die ersten drei Titelentscheidungen, nämlich jene der Bundesjungstuten. Insgesamt waren 26 Stuten am Start.

Stadl Paura – Am zweiten Tag des viertägigen AWÖ Bundeschampionat 2020 fielen im Pferdezentrum Stadl-Paura bereits die ersten Titelentscheidungen. Es wurden drei der insgesamt zehn Schärpen vergeben. Der Tag stand ganz im Zeichen der Bundesjungstuten. Insgesamt 26 Stuten traten in den Klassen der dreijährigen Bundesjungstuten, der vierjährigen Bundesjungstuten sowie der springbetonten Jungstuten gegeneinander an. Sie wurden dem deutschen Richter-Duo Hans Heinrich Brüning und Helmut Feigl an der Hand vorgeführt und in Typ, Exterieur, Korrektheit, Schritt und Gangmechanik bewertet. Bei den springbetonten Jungstuten floss zudem die doppelt gewertete Galopp- und Freispringnote des Vortages in die Bewertung mit ein. Die Bundesjungstutenschau zählt auch zur Anwärterschaft auf den Prädikatstitel der Staatsprämienstute (StPrSt.), für den sich einige Stuten empfehlen konnten. Neben einem geforderten Top-Ergebnis bei der Bundeszuchtschau müssen die Stuten für die Erlangung des Titels noch eine positive Eigenleistungsprüfung (Stationsprüfung, Feldprüfung, Turniersportprüfung) erbringen sowie ein lebend geborenes Fohlen vorweisen können.

Cranberry v. Comme il faut Championesse der springbetonten Bundesjungstuten

Erst zum dritten Mal wird im Rahmen des AWÖ Bundeschampionats ein eigener Titel für springbetont gezogene Jungstuten vergeben. Die Titelanwärterinnen hatten das Bundeschampionat – wie schon die Jahre zuvor – am Donnerstagabend mit dem Freispringen eröffnet. Dies war der erste Teilbewerb, in dem die Richter den Galopp und das Springvermögen bewerteten. Am heutigen Freitag wurden die Stuten zudem an der Hand vorgestellt, und die übrigen Teilnoten mit den gestrigen Ergebnissen zu einer Gesamtnote addiert. Das beste Ergebnis erreichte schließlich die vierjährige Stute Cranberry. Sie stammt von dem international bekannten Springvererber Comme il faut v. Cornet Obolensky ab. Auch ihre Mutter Burberry’s Lady führt international bekanntes Springblut. Sie geht auf Burberry 9 PrH., einen Sohn des Blaou du Rouet zurück. Richter Helmut Feigl sagte über die frisch gebackene Championesse: „Sie könnte etwas mehr Oberhalsung haben. Man muss aber auch wissen, dass die Stute derzeit ein Fohlen führt und dies auch vielleicht die Exterieur-Situation beeinflusst. Dennoch ist das eine sehr gut konstruierte Stute mit straffer Oberlinie, praktischem Körper, schönen weiten Ellenbogen und trockenem Fuß. Sie hat gestern ihre ganze Klasse beim Freispringen ausgespielt und, obwohl sie fohlenführend ist, eine souveräne Freispring-Vorführung hingelegt – mit Abdruck, mit Geist, mit viel Luft nach oben, schnell repetierend, allem, was man sich so wünscht.“ Cranberry gewann den Titel mit der Note 8,3. Die Stute stammt aus der Zucht des Burgenländers Lorenz Preisinger und steht im Besitz der Salzburgerin Stefanie Hirnböck.

Mit der Note 8,2 ging der Reservesieg an die Stute Serenissima v. Grey Top, aus der Zucht und im Besitz der Steirerin Dr. Bettina Fasching. Die ausdrucksstarke Dreijährige überzeugte insbesondere durch ihren modernen Typ. „Eine unglaublich moderne Stute, die auch heute im Schritt noch einmal sehr gut gepunktet hat. Ihre Bewegungsfolge gestern war vielleicht etwas von Körperspannung getragen, im Trab sowie auch im Galopp, aber dennoch balanciert. Sie war im Freispringen

zunächst etwas ängstlicher, schien überfordert, ist aber dann gut mit den Aufgaben gewachsen und hat zuletzt ihre Klasse offenbart und einen sehr schönen, perspektivenreichen Sprung gezeigt“, begründet Richter Feigl die Bewertung.

Ergebnisse Springbetonte Bundesjungstuten:

Bundeschampionesse springbetonte Bundesjungstuten: Cranberry v. Comme il Faut 8,3

(Z.: Lorenz Preisinger, Gols, BGL | B.: Stefanie Hirnböck, Koppl, S)

Vize-Bundeschampionesse springbetonte Bundesjungstuten: Serenissima v. Grey Top 8,2

(Z. & B.: Dr. Bettina Fasching, Gleisdorf, ST)

Ebenfalls im Endring:

3. Platz: Cassina Caliente v. Arezzo 8,1

(Z.: Stefanie Rieser, Altheim, OÖ | B.: ZG Stefanie Rieser, Altheim, OÖ)

4. Platz: Tracy PZW v. Fire Fly PZW 7,6

(Z.: Josef Wessely, Horitschon, BGL | B.: Angelina Heidenreich, Neutal, BGL)

5. Platz: Wonder PS v. Edward 7,4

(Z. & B.: Mag. Sylvia Peters, Sankt Marein bei Graz, ST)

Salzburger Stute Championesse der Dreijährigen

Bei den dreijährigen Bundesjungstuten wurden insgesamt elf Stuten präsentiert, sieben von ihnen wurden von den Richtern für den Endring ausgewählt. Hans Heinrich Brüning, der bereits im vergangenen Jahr als Zuchtrichter beim AWÖ Bundeschampionat zu Gast war, hob die hohe Qualität des präsentierten Lots hervor: „Die österreichischen Züchter können stolz sein auf ihren Jahrgang. Es ist ein deutlicher Zuchtfortschritt erkennbar.“

Die hohe Qualität der vorgestellten Stuten spiegelte sich auch in der Bewertung wider. Mit der Gesamtnote 8,6 wurde Novara MB zur neuen Bundeschampionesse. Die Tochter des Florenz – Fairbanks stammt aus der Zucht von Barbara und Michael Hager im Salzburger Seekirchen. Richter Brüning beschreibt die Stute als sehr weiblich und „mit sehr viel Adel und einem exzellentem Trabablauf ausgestattet. Der Schritt war auch überdurchschnittlich gut. Das passiert in einem Züchterleben nicht oft, dass man so ein Pferd züchtet.“ Züchter und Besitzer Michael Hager konnte sein Glück bei der Siegerehrung kaum fassen: „Es ist überwältigend, es freut mich. Der aktuelle Plan wäre gewesen, dass wir die Stute verkaufen, aber ich glaube, ich kann sie jetzt nicht mehr verkaufen. Da tue ich mir jetzt ein wenig schwer.“

Das zweitbeste Ergebnis bei den dreijährigen Stuten erhielt Bartlgut’s Glimmer. Sie wurde von dem Niederösterreicher Andreas Winter gezogen und steht mittlerweile im Besitz der Familie Schmidt, die auch Besitzer des Vaters der Stute, Bartlgut’s Fürst Theodor ist. Der Hengst war unter Ulrike Prunthaller in der Dressur bis Grand-Prix-Level erfolgreich. Mütterlicherseits geht Bartlgut’s Glimmer auf den Hengst Samba Hit II zurück, in dessen Pedigree wiederum der legendäre Dressurvererber Sandro Hit zu finden ist. „Wenn man diese Stute im Seitenbild sieht, dann steht sie da, wie ein Denkmal. Man kann sie kaum schöner malen. Auch von ihrem Interieur her ist sie wirklich überzeugend. Und das ist heutzutage genauso wichtig, wie ein Trab, der alles überragt. Mit diesem Pferd lässt sich sehr gut weiterarbeiten“, beschreibt Brüning die Dreijährige. Die Richter lobten zudem die klare Bergauf-Tendenz, ihre sehr gute Halsung und das trockene Fundament. Bartlgut’s Glimmer erhielt die Note 8,4.

Ergebnisse 3-jährige Bundesjungstuten:

Bundeschampionesse 3-jährige Bundesjungstuten: Novara MB v. Florenz 8,6

(Z. & B.: Barbara & Michael Hager, Seekirchen, S)

Vize-Bundeschampionesse 3-jährige Bundesjungstuten: Bartlgut’s Glimmer v. Bartlgut’s Fürst Theodor 8,4

(Z.: Andreas Winter, Altenmarkt an der Triesting, NÖ B.: Wenzel & Edda M. Schmidt, Neuhofen im Innkreis, OÖ)

Ebenfalls im Endring:

3. Platz: Allegra v. For Romance I 8,3

(Z.: Mag. (FH) Martin Resch, Stadtschlaining, BGL | B.: Stephanie Schmidl, Marz, BGL)

4. Platz: Missis Gutschy v. Bon Coeur PrH. 8,2

(Z. & B.: Franz Karl u. Maria Gutschy, Eibiswald, ST)

5. Platz: Barcelona v. Dancier 8,1

(Z.: Ludwig Scheuringer, Rainbach im Innkreis, OÖ | B.: Ulrike Schenner, Lenzing, OÖ)

6. Platz: Whatta Dream v. Floriscount 8,0

(Z. & B.: Dr. Bettina Fasching, Gleisdorf, ST)

7. Platz: Hermine v. Fürst Romancier 7,9

(Z. & B.: Dr. Martin & Marion Haimel, Waldhausen im Strudengau, OÖ)

Borsalino-Tochter gewinnt bei Vierjährigen

Einen Dressur-Stambaum wie aus dem Lehrbuch weist die neue Bundeschampionesse der vierjährigen Bundesjungstuten auf. Sherazade v. d. Aue, eine Tochter des Borsalino v. Boston – Fidermark I, reiste aus der Steiermark zum diesjährigen AWÖ Bundeschampionat an. Sie setzte sich gegen neun Kontrahentinnen durch, von denen – Sherazade v. d. Aue eingeschlossen – sechs in den Endring berufen wurden. Züchter und Besitzer DI Hans-Jörg und Ulrike Gasser wählten für die Anpaarung die konsequent dressurmäßig gezogene Stute Shall we dance v. Sandro Hit – Donnerhall ElH. – Pik Bube I. Die überlegte Anpaarung machte sich bezahlt. Sherazade v. d. Aue machte beim Richter-Duo schnell Eindruck. Sie habe „glaube ich schon beim ersten Auftritt einstimmig überzeugt und auch beim zweiten und dritten Hingucken, wo man das Pferd auf sich wirken lässt, weiterhin überzeugt. Sie ist eine topmoderne Stute mit idealem Körper, super Partien, idealer Köperharmonie, wunderbarem trockenem Bein, schöner Ellenbogenfreiheit und einem insgesamt sehr beweglichen Körper. Sie hat vielleicht etwas länger gebraucht, um zur idealen Schrittpräsentation zu kommen, als die Zweitplatzierte. Es ist ihr dann aber dennoch hervorragend gelungen“, so Richter Helmut Feigl. Auch die Bergauftendenz im Trab sei nicht zu toppen gewesen. Die Bewertung spiegelte sich in den Noten wider, insbesondere in Typ und Gangmechanik konnte die Stute punkten. Sie erhielt die Endnote 8,6.

Die Reservesiegerin musste sich mit dem knappen Rückstand von 0,1 Punkten geschlagen geben. Die Honoré-du-Soir-Tochter Rose of Killarney EH erhielt ebenfalls für ihren Typ eine Top-Teilnote. Die Stute aus der Zucht und in Besitz der Oberösterreicherin Hedwig Eder hat mütterlicherseits mit Rohdiamant und Akzent II zwei bekannte Dressurvererber im Pedigree. Feigl über die Reserve-Siegerin: „Eine sehr kalibrige, großrahmige, bedeutende Stute, die sich sehr frei, sehr taktsicher, sehr elastisch, sehr balanciert bewegt hat und in ihrer Gesamtbedeutung der Siegerstute kaum nachsteht. Vielleicht hätte sie in der Oberlinie noch etwas runder, abgedrehter sein können. Auch die Schritttour war bei dieser Stute erstklassig und wir können uns für so eine Stute alle Perspektiven, sowohl in der Zucht, als auch im Sport, vorstellen.“

Ergebnisse 4-jährige Bundesjungstuten:

Bundeschampionesse 4-jährige Bundesjungstuten: Sherazade v. d. Aue v. Borsalino 8,6

(Z. & B.: DI Hans-Jörg & Ulrike Gasser, Eibiswald, ST)

Vize-Bundeschampionesse 4-jährige Bundesjungstuten: Rose of Killarney EH v. Honoré du Soir 8,5

(Z. & B.: Hedwig Eder, Mehrnbach, OÖ)

Ebenfalls im Endring:

3. Platz: Denira Fantastika v. De Niro 8,4

(Z.: Benedikt Rainer & Adelheid Wind, Maishofen, S | B.: Adelheid Wind, Salzburg)

4. Platz: Heart Romance MRE v. For Romance I 8,3

(Z.: Mag. (FH) Martin Rech, Stadtschlaining, BGL | B.: Martin Resch M.A. & Annette Kroeger, Weiden bei Rechnitz, BGL)

5. Platz: Frühlingssprosse v. Si Senjor 8,2

(Z. & B.: Mag. Nina Semeleder BEd, Wien)

6. Platz: Exklusiv EM v. Glamourdale 8,1

(Z.: Ernst Mayr, Sankt Marienkirchen bei Schärding, OÖ | B.: Hannes Mayr, Sankt Marienkirchen bei Schärding, OÖ)

Abonnieren Sie dem Newsletter!

d1a5a6f68d