20. Oktober 2020

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Deutsche Amateur-Meisterschaften Münster: Erste Trends zeichnen sich ab

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Münster (fn-press). Die Spannung steigt bei den Laub Immobiliengruppe Deutsche Amateur-Meisterschaften in Münster-Handorf. In der zweiten Wertungsprüfung im Springen konnte sich Dr. Pia Wernke mit Little Crazy Jumper durchsetzen. In der Dressur sicherte sich Laura Kathrein Müller mit Damon’s Divarouge mit Platz eins im Kleinen Finale den Einzug ins Kürfinale und im Deutschen Amateur-Championat Springen drehte Gesine Jürgens mit Ussandro die schnellste Nullrunde. 

Dr. Pia Wernke startete als Vorletzte in die zweite Wertungsprüfung und unterbot die bis dahin schnellste Nullrunde nochmals um zwei Sekunden, womit ihr der Sieg nicht zu nehmen war. „Little Crazy Jumper ist das totale Verlasspferd, auf ihn kann ich mich immer und zu hundert Prozent verlassen. Er ist der beste Partner an meiner Seite wünschen kann“, sagte die 29-jährige Zahnärztin über ihren 13-jährigen Wallach (v. Lazio), den sie seit vier Jahren reitet und mit dem sie in diesem Januar in Leipzig die Amateur-Tour mit fünf Nullrunden das Finale gewinnen konnte.

Dr. Pia Wernke ist eine der drei „Schwestern“ aus Weser-Ems, „die immer so ein bisschen mitgeritten sind“, aber nicht so wie ihre Brüder im reiterlichen Rampenlicht stehen. So zumindest drückte es Vortagessiegerin Janne Sosath-Hahn (Lemwerder) aus, die mit ihrer Fuchsstute Cadora auch am zweiten Tag fehlerfrei blieb und mit einem achten Platz im DM-Zwischenstand auf Silberkurs rangiert. Die Dritte im Bunde ist Victoria Klatte (Lastrup), die Schwester von Guido Klatte, die sich dank zweier Nullrunden – einem zehnten und einem fünften Platz – auf den dritten Platz im Zwischenklassement vorarbeiten konnte.

Ganz vorne liegt vor der dritten und letzten Runde allerdings die 33-jährige Mali Spahrbier mit St. Laurion. Sie wurde in beiden Prüfungen Zweite. „Eine Schleife und den Einzug ins Finale“, hatte sich Wolfsburgerin für die DAM vorgenommen – nun sieht es so aus, als könnte deutlich mehr daraus werden.

Auch im Deutschen Amateur-Championat musste man bis zum Schluss warten, um die Siegerin zu sehen. Hier war es Gesine Jürgens aus Polzow in Mecklenburg Vorpommern, die am Ende die Nase vorn hatte. Die Diplomkauffrau und Landwirtin hatte in Münster den Halbblüter Ussandro (v. Ussuri xx) gesattelt und legte als letzte Starterin die schnellste Nullrunde hin. „Wir habe ihn selbst gezogen, er ist das totale Familienpferd“, sagte sie. „Leider hatten wir gestern noch einen Fehler, aber ich merkte heute schon, er fühlte sich sehr gut an und ich wollte dann letztlich auch gewinnen und habe die Wege entsprechend gewählt. Ich habe mir gesagt, das können wir – und letztlich hat es auch geklappt.“ Für die 47-Jährige ist es der erste Start im Rahmen einer Deutschen Amateurmeisterschaft. „Ich hätte letztes Jahr sogar in die DAM nachrücken können. Aber ich bin froh, dass man jetzt auch über M reiten kann, weil das so meine Klasse ist. Hier fühle ich mich wohl und finde es toll, dass uns die Möglichkeit gegeben wird, hier in so einem Ambiente und auf so einer Anlage zu reiten“, sagte sie.

Bevor Gesine Jürgens startete, sah es zunächst so aus, als könnte Vortagessiegerin Lisa Kleine Lamping (Lindern) mit dem kleinen Quite Dynamite erneut das Rennen machen. Die beiden waren erneut superschnell unterwegs und blieben fehlerfrei, auch wenn es an der zweifachen Kombination etwas brenzlig wurde. „Ich so bin froh, dass ich ihn habe, weil er einen aus jeder Situation heraus rettet. Er kämpft und denkt einfach mit“, sagte die Grundschullehrin, die mit ihrem ersten und zweiten Platz im DAC-Zwischenstand klar in Führung liegt. Auf Platz zwei folgt ihre Weser-Ems Teamkollegin Sandra Wilham (32, Resthausen) mit Crush Boy. Punktegleich rangieren Gesine Jürgens und Vanessa Netzer (35, Viersen) mit La Canta auf dem dritten Rang.

Während die bereits fürs Finale qualifizierten Teilnehmer an der Deutschen Amateur-Meisterschaft Dressur heute einen Ruhetag genießen konnten, hatten die übrigen Paare die Chance, sich über das Kleine Finale noch für den Start in der Kür zu empfehlen. Dies nutzte auch die freie Journalistin Laura Kathrein Müller aus Jüchen im Rheinland. Sie verwandelte ihren Start mit Damon’s Divarouge mit 68,415 Prozent in einen Sieg. Seit eineinhalb Jahren darf sie die auffällige Fuchsstute (v. Damon Hill – Rubin-Royal), eine Vollschwester zu Damon’s Delorange und Damon’s Sattelite NRW aus der Zucht von Christian Becks, für deren Besitzer reiten. „Ich bin unfassbar dankbar, dass ein Amateur wie ich dieses Pferd reiten darf. Sie hat ihren eigenen Kopf, ich lerne jeden Tag von ihr, anstatt sie von mir. Sie bringt mir jeden Tag etwas bei“, sagte die 40-jährige Rheinländerin. Für die beiden ist der Start in Münster das erste Turnier in dieser Saison, deshalb sei die die Prüfung auch völlig danebengegangen, berichtete Müller. Umso größer die Freude, nun doch mit einer „Michael Jackson-Kür“ in den Kampf um den Titel am Sonntag eingreifen zu können.

Ebenfalls noch einen Platz im Finale konnten sich Dr. Tina Böhme aus Leipzig mit Lara Croft sowie Alexandra Maier aus Epfach mit Majestix W sichern. Damit bewerben sich am Sonntag 15 Paare um den Titel. 

Informationen: www.pferd-aktuell.de/dam. Alle Ergebnisse gibt es hier 

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