16. Oktober 2020

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DAM Dressur und Springen: Erste Wertungsprüfungen auf dem Weg zum Titel

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Münster (fn-press). In Münster haben die Laub Immobiliengruppe Deutsche Amateur-Meisterschaften Dressur und Springen und das Deutsche Amateur-Championat Sprongen begonnen. Nach dem ersten Tag liegt ein Damen-Trio in Führung: Janne Sosath-Hahn mit Cadora im Springen, Zara-Adina von Zitzewitz und Donna Dini in der Dressur sowie Lisa Kleine Lamping und Quite Dynamite im DAC.

Noch vor vier Wochen war nicht klar, ob das Jahreshighlight für die Amateure überhaupt würde stattfinden können. Ganz kurzfristig war das Westfälische Pferdezentrum als Ausrichter eingesprungen und stellte in Windeseile ein championatswürdiges Ambiente auf die Beine.

„Ich finde es super toll, dass die DAM überhaupt hier stattfinden kann, so kurzfristig. Die Bedingungen sind top, teilweise haben wir feste Boxen, man kann super abreiten und es sind kurze Wege“, sagte Janne Sosath-Hahn. Mit ihrer Oldenburger Fuchsstute Cadora war die 34-Jährige aus Lemwerder die Schnellste in der ersten Wertungsprüfung, die dabei auch noch fehlerfrei blieb, und verwies damit Nadine Legros (Barsinghausen) mit Cassilia und Nadja Hunzelar (Uedem) mit Quixx auf die Plätze. Insgesamt gelang 14 der 48 Amateure eine Nullrunde, drei weitere beendeten die Aufgabe lediglich mit einem Zeitfehler, „Ich mag solche Plätze sehr, die so bisschen sind wie zuhause. Wo nicht so viel Unruhe ist, denn das mag mein Pferd nicht so sehr“, sagte die Siegerin. Seit zwei Jahren sitzt sie im Sattel der Fuchsstute (v. Catoki – Landor S), die aus eigener Zucht stammt und zuvor von ihrem Vater und ihrem Bruder geritten wurde. „Als vor zwei Jahren mein Casiro in Rente gegangen ist, meinte mein Bruder, nimm doch Cadora, die reitest du doch zuhause auch immer. Ich bin sie aber nie gesprungen. Das erste Mal im Training ging das auch gar, sie war nur guckig. Dann habe ich ganz in Ruhe vier Wochen zuhause geübt und wir haben bei unserem Turnier gleich gewonnen. Seither habe ich jede Woche Dressurunterricht, seit einem Jahr Einzelunterricht bei Walter Kind. Das hat echt was gebracht, wir sind seitdem ein viel besseres Team geworden“, erzählte sie.

In Münster tritt ist Janne Sosath Hahn bereits zum dritten Mal bei den Deutschen Amateurmeisterschaften an. „Ich finde es nach wie vor eine tolle Idee. Ich finde das Niveau auch wirklich hoch. Das war heute tolles Einlaufspringen, aber ich weiß vom letzten Jahr, das das Ganze sehr anspruchsvoll ist und ja auch viele gute Leute aus ganz Deutschland da sind“, sagte sie mit Blick auf den weiteren Verlauf der Meisterschaft. Dank ihrer Vorleistung nimmt sie die 49 Punkte (Anzahl der Starter plus eins) mit in die nächste Wertungsrunde.

Etwas Pech hatte dagegen Titelsponsor Malte Laub. Der Chef der Laub Immobiliengruppe, der bereits bei der DAM-Premiere 2017 am Start war, hatte ausgerechnet am letzten Sprung einen Abwurf, landete damit am ersten Tag auf Platz 25 und nimmt damit 24 Punkte mit in die kommenden Wertungsprüfungen. 

Ihren Finalplatz in der Deutschen Amateur-Meisterschaft Dressur bereits sicher hat dagegen die 26-jährige Zahnärztin Zara-Adina von Zitzewitz aus Wangels in Ostholstein mit ihrer Hannoveraner Fuchsstute Donna Dini (v. Danone I – Michelangelo). „Donna Dini haben wir selbst gezogen und ich habe sie auch selbst ausgebildet. Ich bin ganz stolz auf sie, wie toll sie sich hier präsentiert, weil sie noch nie auf so einem großen Turnier war“, sagte die Siegerin. „Ich finde es eine ganz tolle Möglichkeit, dass wir hier unter Amateuren die Meisterschaft austragen können. Es eine tolle Atmosphäre, es sind tolle Böden und hat einfach nur richtig Spaß gemacht hier zu reiten.“ Mit 69,781 Prozent für seine Vorstellung im Prix St. Georges kam das Paar am dichtesten an die 70 Prozent-Marke heran und setzte sich damit an die Spitze des 39 Paare zählenden Starterfelde.Auf Platz zwei folgt die Agrarwissenschaftlerin Carina Steinhaus (Leichlingen) mit Feiner Ferdinand mit 69,298 Prozent vor Katja Rommel (Bergisch Gladbach) mit Luigi Dioro mit 68,991 Prozent, der im dritten Anlauf nun den Sprung ins Finale gelungen ist. Neben dem Spitzentrio haben zwölf weitere Paare ihre Tickets für Sonntag in der Tasche, die übrigen Reiter haben im Kleinen Finale am Samstag nochmals die Chance, sich einen Platz für die Kür zu sichern.

Beim erstmals ausgetragenen Deutschen Amateur-Championat auf M-Niveau setzte sich mit der 27-jährigen Grundschullehrerin Lisa Kleine Lamping aus Lindern eine weitere Weser-Ems-Reiterin im Springen durch. Mit dem kleinen, keine Meter 1,55 großen Quality-Sohn Quite Dynamite drehte sie die schnellste Nullrunde der 28 Premieren-Teilnehmer. „Er ist super vorsichtig, hat ein ganz großes Kämpferherz und will immer kuscheln. Er braucht ganz viel Liebe“, schwärmte sie. Seit rund sechs Jahren reitet sie den Rappen für eine Freundin. „Ich habe immer an ihn geglaubt, wollte ihn sogar kaufen, aber alle haben wir abgeraten, weil er so klein ist. Sie haben gesagt, wenn er mal M* schafft, ist es gut. Aber nun sind mehrere Male S platziert, zwei Mal sogar nur gegen Profis, alles Topreiter, die auch international reiten“, berichtete sie strahlend. „Es ist toll, dass uns hier so eine Möglichkeit geboten wird. Denn bei den Senioren kann man als Amateur gegen die Profis gar nicht mithalten“, sagte sie.

An zweiter Stelle im DAC rangiert nach der ersten Wertungsprüfung die Betriebswirtin Sandra Wilharm (Resthausen) mit Crush Boy. Auch sie startet für den Landesverband Weser-Ems. Dritte wurde die Wirtschaftsingenieurin Evi Tilger aus Teltow (Berlin-Brandenburg) mit Casablanca. Beide sind beruflich als Projektmanagerinnen tätig. Insgesamt bewältige ein Dutzend Paare die erste Wertungsprüfung des DAC fehlerfrei.

Informationen: www.pferd-aktuell.de/dam. Alle Ergebnisse gibt es hier 

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