22. Januar 2021

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Totilas von Gribaldi -  das wohl bekannteste Dressurpferd der Welt - ist im Alter von 20 Jahren verstorben. (Foto: Remco Veurink)

Totilas von Gribaldi -  das wohl bekannteste Dressurpferd der Welt - ist im Alter von 20 Jahren verstorben. (Foto: Remco Veurink)

(Kronberg/ Taunus)  Totilas lebt nicht mehr. Im Alter von 20 Jahren ist dieser besondere Hengst am 15. Dezember an den Folgen einer Kolik-Operation gestorben. Die Trauer auf dem Schafhof der Familie Linsenhoff-Rath ist riesengroß. 

Totilas war dreimaliger Weltmeister, Spitzenvererber und er war – Familienmitglied. „In den vergangenen zehn Jahren ist Totilas für mich wirklich ein Freund geworden“, erklärt Matthias Alexander Rath. „Auch oder gerade weil wir nicht nur einfache Zeiten zusammen durchgemacht haben, sind wir absolut zusammengewachsen. Wir haben Durststrecken und Höhenflüge erlebt. Totilas hat nicht nur mich begeistert, er hat viele Menschen weit über den Dressursport hinaus fasziniert. Seine Aura, sein Auftreten war einzigartig.“ 

Bis zu seinem letzten Tag auf dem Schafhof in Kronberg war der Gribaldi-Sohn topfit, genoss seinen täglichen Paddockgang oder die Spazierrunden auf der Rennbahn. Und nahezu jeden Tag wurde er von der Hausherrin, Ann Kathrin Linsenhoff, geritten. „Das Gefühl, was Totilas seinem Reiter in Piaffe, Passage oder auch in den Pirouetten vermittelt hat, das war absolut unglaublich“, betont Matthias Rath.

2015 hat Totilas seine sportliche Karriere beendet, in der Zucht entwickelte er sich mehr und mehr zum Topvererber. „Totilas Nachkommen sind richtige Sportler, ehrgeizig und mit seinem Talent für Piaffe und Passage ausgestattet. Inzwischen geben auch schon seine Söhne und Enkel seine Ausnahmegene weiter.“ Rath selbst sitzt in Sätteln von Totilas-Nachkommen – gerade jetzt freut ihn das besonders: „Ich genieße es sehr, die Eigenschaften von Totilas bei seinen Kindern zu spüren. Jetzt bin ich außerdem froh, dass nicht zuletzt durch sie seine Aura auf dem Schafhof immer spürbar bleiben wird.“ 

Totilas war weltbekannt – durch Medaillen und Rekorde, ebenso wie durch erstklassige Nachzucht, aber die wenigsten kannten ihn einfach als Pferd, als Kumpel. „Totilas war unheimlich menschenbezogen“, erzählt Matthias Rath. „Er hat extrem auf seine Kontaktpersonen reagiert.“ Vier Monate im Jahr, während der Hauptdecksaison, stand der Hengst auf der Deckstelle Schockemöhle, dort war ‘seine Person’ Barbara, die ihn gehegt und gepflegt hat. Auf dem Schafhof bestand sein Team aus seinem Reiter, Matthias Rath, und der Pflegerin Dagmar, die ihn bis 2015 auf all seine Turniere begleitet hat. In den letzten Jahren waren es Ann Kathrin Linsenhoff und Pflegerin Saskia, die das Herz des Rappen erobert hatten. Sie alle vermissen Totilas ganz besonders – nicht als Topathlet oder Spitzenvererber, aber als ihren anhänglichen Stallkumpel, der er zu Hause war.

Totilas war schon zu seinen Lebzeiten eine Legende. Eine Legende, die auch durch seinen Tod nicht vergessen werden wird. Text: KiK

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