13. April 2021

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Auf dem Weg zum Erfolg: Destacado FRH und Matthias Alexander Rath, Sieger im NÜRNBERGER BURG-POKAL 2020. (Foto: Stefan Lafrentz)

Auf dem Weg zum Erfolg: Destacado FRH und Matthias Alexander Rath, Sieger im NÜRNBERGER BURG-POKAL 2020. (Foto: Stefan Lafrentz)

Kronberg/ Taunus – Der Jugend gehörte der Auftakt: Ann-Kathrin Lindner (Ilsfeld) ist Siegerin des Piaff-Förderpreis-Finales 2020 mit FBW Sunfire und im NÜRNBERGER BURG-POKAL gewann am Sonntag eines der jüngsten Pferde, der erst sieben Jahre alte Fuchshengst Destacado FRH mit Matthias Alexander Rath im Sattel –  ein Heimspiel sozusagen. Den Sieg im Louisdor-Preis-Finale entführte Sandra Nuxoll mit Bonheur de la Vie nach Österreich.

Star-Appeal bei Bonheur de la Vie

Für Sandra Nuxoll, die bei Vechta lebende Dressurreiterin aus Österreich, hat sich die Reise nach Kronberg gelohnt. Im Frühjahr hatte sie noch nicht so Recht daran geglaubt, dass der Grand Prix-Sport in die Nähe rücken könnte. “Das Viereck hätte für mich gefühlt 80 Meter lang sein können”, sagt die Ausbilderin an die ersten Versuche mit den dichten Lektionsfolgen. Neben Bonheur de la Vie hatte sie außerdem Hanami für den Louisdor-Preis qualifiziert. “Mit Ihr habe ich meine erste Inter II geritten”, erinnerte sich Nuxoll. Doch Coach Johnny Hilberath ermunterte die Reiterin: “Reit einfach weiter, Sandra…” Und da es vom aufhören nicht besser wird, arbeitete sich die Österreicherin stetig weiter vor. Nuxoll: “ In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich dann so viel mit und in dem Pferd entwickelt.” Bonheur de la Vie sei manchmal schon anstrengend: “Er kann mich gut beschäftigen, etwa wenn er sich die Decken runterreißt und sich immer was einfallen läßt…”

Derartige Pferde nennt Dorothee Schneider “witzig” –  eine freundliche Umschreibung für vierbeinige Frechdachse und First Romance, den die Welt-, Europameisterin und Olympiasiegerin im Louisdor-Preis-Finale auf Platz drei pilotierte, ist genau so ein Modell. Er beschäftigt seine Reiterin gern mal mit ein paar Extratouren. “Er hat und kann aber alles und ich bin unglaublich froh und dankbar, dass ich dieses Pferd reiten und ausbilden darf”.

Zwischen Nuxoll und Schneider schob sich in der Platzierung noch Reitmeister Hubertus Schmidt (Borchen), mit Denoix PCH. Der schmucke Fuchs hatte seit Juni in Bettenrode keinen Turnierplatz mehr gesehen und ging mit seinem Reiter hochmotiviert an die Arbeit, steigerte sich so wie auch First Romance vom ersten auf den zweiten Tag nochmals. Denoix PCH zähle durchaus schon zu seinen “Lieblingen” räumte Schmidt ein. Wie auch Bonheur de la Vie von Nuxoll biete das Pferd viel Potential trotz seiner Jugend an. “Und wenn das spielerisch geht und leicht, dann kann man das annehmen”, findet Hubertus Schmidt.

Die gute Organisation, die Chance, die Finals überhaupt reiten zu können und die corona-konformen Rahmenbedingungen lobten alle Reiterinnen und Reiter auf dem Schafhof in Kronberg. Gleichwohl, die Hoffnung ist groß, in absehbarer Zeit auch wieder mit Publikum, Atmosphäre und Geselligkeit Turniere erleben zu können. Hubertus Schmidt: “Hoffentlich nächstes Jahr wieder in einer vollen Frankfurter Festhalle”.

Piaff-Förderpreis für die Europameisterin

“So so froh” bezeichnete Ann-Kathrin Lindner ihren Gemütszustand nach dem gewonnenen Finale in der U25-Dressurserie. Die Europameisterin beschließt damit ein schwieriges Jahr, dass gleichwohl sehr erfolgreich für sie verlief. Froh ist die 24-jährige aber auch deshalb, weil das Finale überhaupt stattfinden konnte. Es setzt einen Höhepunkt zum Jahresende und weist den Weg in die Zukunft, denn der lange Grand Prix de Dressage ist eine große Aufgabe für die junge Generation. Mit Alexa Westendarp und Der Prinz aus Wallenhorst und Ellen Richter mit Vinay aus Bad Essen folgten zwei Nordlichter der Siegerin aus dem Süden Deutschlands. Alexa Westendarp entschied sich ganz bewusst für Der Prinz im Finale, Ellen Richter war trotz einiger fehlender Turniere zufrieden mit der Vorbereitung: “Für mich war das gar nicht so anders als sonst.”

Bundestrainerin Monica Theodorescu war hinsichtlich der Qualität des Finales sehr zufrieden: “Ja absolut: Es ist ja das erste Mal in dieser Saison, dass die Reiterinnen den langen Grand Prix reiten. Sonst ist es der Kurz-Grand Prix. Das haben alle wirklich sehr sehr gut gemeistert. Es gab ja nicht ganz so viele Gelegenheiten dieses Jahr. Das war ein sehr hochwertiges Finale heute.” Insgesamt neun U25-Reiterinnen und Reiter nutzten die Chance auf dem Schafhof in Kronberg.

“Hausherr” gewinnt NÜRNBERGER BURG-POKAL

Das Pferd ist erst sieben Jahre alt und auf dem Schafhof zuhause. Die Veränderung “seines Arbeitsplatz” Reithalle fand der Fuchshengst Destacado FRH zumindest eigenartig, das große Klassenziel hat er erreicht. Mit 76,26 Prozent setzten sich Destacado FRH und Matthias Alexander Rath an die Spitze im Finale. Ein knapper Verlauf ergab sich zwischen Rath und Dorothee Schneider (Framersheim) mit der eleganten dunklen Stute Sisters Act MT OLD, knapper, als es die Prozentzahl 75,73 vermuten läßt. Sisters Act gehört Österreichs Reitsportpräsidentin Elisabeth “Sissi” Theurer, Destacado FRH hat zwei Besitzer –  den Schafhof und Dr. Friederike Lohse, Ehefrau des einstigen Deutsche Bank-Vorstands Hans-Jürgen Fitschen, der sich keine Sekunde entgehen ließ – aber gebührend Abstand hielt. 

“Desti ist wirklich ein Musterschüler”, räumte Matthias Alexander Rath ein, “er bietet alles unheimlich schnell an. Es liegt an mir, nicht zuviel zu machen und ihn nicht zu überfordern. Da muss man sich bremsen, um ihn wirklich mitwachsen zu lassen –  sowohl die Kraft als auch den Geist.”Auf den Schafhof kam der Dressurcrack, weil Ann Kathrin Linsenhoff und Hans-Jürgen Fitschen anlässlich einer Weinprobe vor einigen Jahren nebeneinander saßen und Fitschen berichtete, er habe auf dringendes Anraten seines Bruders mit seiner Frau ein junges Dressurpferd in Verden gekauft und überlege nun wohin damit. Linsenhoff versprach, sich den jungen Fuchs anzuschauen – “Wohl bekomm`s..”

Den dritten und den vierten Rang eroberte im Finale die Vorjahressiegerin. Isabel Freese pilotierte den Hannoveraner Fürsten Look auf Platz drei (75,68 Prozent) und den Totilas-Sohn Top Gear auf den vierten Rang (75,29 Prozent). Ein Resultat, dass die Dressurausbilderin nun sehr vergnügt gen Norden reisen läßt. Für Freese und die Familie geht es jetzt von Vechta aus in die Weihnachtsferien nach Norwegen, in ihre Heimat.

Disziplin und Verständnis

Matthias Alexander Rath und auch Ann Kathrin Linsenhoff sind froh über die Disziplin und das Verständnis bei allen Teilnehmern des Festlichen Dressurturniers auf dem Schafhof. Alle hielten sich an Regeln, jeder und jede brachte auch mal Geduld auf. “Niemand hat gemeckert oder Regeln missachtet”, freute sich Linsenhoff. Und auch etliche Partner und Sponsoren unterstützten die Initiative der Veranstalter für die drei Serienfinals. Der Blick geht in Kronberg nun auch hoffnungsfroh auf das Jahr 2021, dann soll das Internationale Festhallen Reitturnier Frankfurt wieder in der Main-Metropole stattfinden vom 16. – 19. Dezember.

Ergebnisübersicht Festliches Dressurturnier auf dem Schafhof

2 Louisdor-Preis – Finale 2020 – Nachwuchspferde Grand Prix für 8-10j. Pferde – Grand Prix – Dressurprüfung Kl. S***

1. Sandra Nuxoll (AUT/ Vechta) auf Bonheur de la Vie 77,14 Prozent

2. Hubertus Schmidt (Borchen) auf Denoix PCH 74,36

3. Dorothee Schneider ( Framersheim) auf First Romance 73,20

4. Emma Kanerva (FIN/ Stade) auf Greek Air 73,12

5. Sandra Nuxoll (AUT/ Vechta), Hanami OLD 72,86

6. Uwe Schwanz (München) auf Rockson 72, 12

4 Dressurprüfung Kl. S*, NÜRNBERGER BURG-POKAL der Dressurreiter 2020 – FINALE, Prix St. Georges für 7-9j. Pferde (Gerte NICHT erlaubt)

1. Matthias Alexander Rath (Kronberg/Ts.) auf Destacado FRH 1563.50

2. Dorothee Schneider (Framersheim ) auf Sisters Act MT OLD 1552.50

3. Isabel Freese (Muehlen/ NOR) auf Fürsten-Look 1551.50

4. Isabel Freese (Muehlen/ NOR) auf Top Gear OLD 1543.50

5. Malin Wahlkamp-Nilsson (Dülmen/ SWE) auf Dedale de Hus OLD 1538.00

6. Emma Kanerva (Stade/FIN) auf Mist of Titanium OLD 1536.50

6 Dressurprüfung Kl. S***, Preis der Liselott Schindling Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports, Piaff-Förderpreis Finale

1. Ann-Kathrin Lindner (Ilsfeld ) auf FBW Sunfire 1887.50

2. Alexa Westendarp (Wallenhorst ) auf Der Prinz 4 1810.50

3. Ellen Richter (Bad Essen ) auf Vinay 1806.00

4. Raphael Netz (Tuntenhausen ) auf Lacoste 126 1752.00

5. Sophie Reef (Bad Bentheim ) auf Charming Lady 2 1721.00

6. Kristin Biermann (Essen) auf Queensland 20 1708.50

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