23. Juni 2021

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Dr. Willy Büsing zum 100. Geburtstag

Geburtstag (Foto: pixelliebe - stock.adobe.com)

Geburtstag (Foto: pixelliebe - stock.adobe.com)

Jade (fn-press). Am 2. März wird der ehemalige Olympiareiter und Tierarzt Dr. Wilhelm „Willy“ Büsing aus Jade 100 Jahre alt.

Der Jubilar zählte in den 1950er Jahren zu den erfolgreichsten Vielseitigkeitsreitern Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg mit selbst gezogenen und ausgebildeten Pferden in der Vielseitigkeit erfolgreich, machte ihn das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR) 1952 mit dem Hannoveraner Hubertus beritten, mit dem er auf Anhieb die Qualifikationsprüfungen für die Olympischen Spiele gewinnen konnte. In Helsinki, wohin die Pferde mit einem umgebauten Fischkutter verfrachtet wurden, feierte er größten Erfolg seiner Reiterkarriere: Bronze in der Einzelwertung und die Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft, der außerdem Klaus Wagner mit Dachs und Otto Rothe mit Trux von Kamax angehörten. Bei seiner Rückkehr wurde Dr. Büsing mit großen Jubel empfangen. „In Oldenburg war der Teufel los. Die Kinder hatten schulfrei. Es gab einen riesigen Menschenauflauf“, erinnert sich der Jubilar. In einer vierspännigen Kutsche wurde er in seinen Heimatort Jade zu einem großen Empfang gefahren. An allen Straßenrändern standen Menschen, die ihn feierten.

Zwei Jahre später, 1954, wiederholten Dr. Büsing und Hubertus den Silbererfolg mit dem deutschen Team bei den Europameisterschaften in Basel. 1959, im Jahr der ersten Deutschen Vielseitigkeits-Meisterschaften in Luhmühlen und drei Tagen nach seiner Hochzeit beendete Dr. Büsing dann seine aktive Laufbahn. Immer mehr hatte seine Tätigkeit als Tierarzt den Vorrang. So begleitete er bereits 1956 die deutschen Vielseitigkeitsreiter als Mannschaftstierarzt, Equipechef, Trainer und Betreuer zu den Olympischen Spielen nach Stockholm gereist und später dann mit nach Rom (1960) und Tokio (1964) sowie zu den EM 1966 in Moskau.

Neben der Reiterei war Dr. Büsing auch als Pferdezüchter großer Erfolg beschieden. Bereits 1945 hatte er mit einer Arbeit über die Oldenburger Pferdezucht promoviert. Nach Aufgabe seiner Tierarztpraxis widmete er sich dann gemeinsam mit Ehefrau Dorle und den beiden Töchtern Sabine und Heike der Pferdezucht und stellte nicht nur die Oldenburger Siegerstute Toga M (v. Manstein), sondern auch den Oldenburger Siegerhengst, zweifachen Bundeschampion, Weltmeister der jungen Dressurpferde und später S-erfolgreichen Don Davidoff (v. Don Gregory). Die Dressur war übrigens auch die Disziplin, die Dr. Büsing bei aller Begeisterung für den Geländeritt und das Springen während seiner aktiven Karriere am besten gefallen hatte. “In Aachen war ich einmal sogar in der Vielseitigkeit und in der Dressur siegreich“, erinnert er sich. Für seine züchterischen Leistungen wurde Dr. Büsing im Jahr 2000 anlässlich der Oldenburger Pferdewochen mit der Goldmedaille der Landwirtschaftskammer Weser-Ems ausgezeichnet. FN/Lars Pingel (dk)

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