26. September 2021

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Pferd International Symbolbild (Foto: Veranstalter)

Pferd International Symbolbild (Foto: Veranstalter)

München (fn-press). Olympia-Qualifikation geschafft, persönliche Rekorde aufgestellt: Beim Turnier Pferd International in München-Riem schaute man besonders auf zwei Paare: Dorothee Schneider (Framersheim) erfüllte unter Schmerzen mit Showtime FRH die Anforderungen für einen Start in Tokio, und Jessica von Bredow-Werndl stellte mit TSF Dalera BB einen neuen deutschen Rekord auf.

Man konnte ins Schwärmen geraten. In dem menschenleeren, wunderschönen Park der Münchner Olympia–Reitanlage wurde Dressursport regelrecht zelebriert. Die Organisatoren hatten diesmal die Mammutveranstaltung Pferd International im Münchner coronabedingt entzerren müssen und zunächst die Dressur- und zwei Wochen später die Springprüfungen terminiert. Am Dressur-Wochenende gab sich viel Prominenz die Ehre. Die Ausschreibung bot den Aktiven zahlreiche Startmöglichkeiten und enthielt eine Vier-Sterne-Tour mit Grand Prix, Special und Kür, dazu Grand Prix und Special auf Drei-Sterne-Niveau, Nürnberger Burg-Pokal, Louisdor-Preis und weitere Prüfungen für den Pferdenachwuchs. Das Hauptaugenmerk lag erwartungsgemäß auf den Vier-Sterne-Wettbewerben. Nach ihrem Sieg im Grand Prix mit 81,609 Prozent war Jessica von Bredow-Werndl mit der 14-jährigen Trakehner Stute TSF Dalera BB auch im Grand Prix Special nicht zu schlagen. Fehlerfrei, elegant und ausdrucksstark absolvierte die Easy Game-Tochter das Pensum im Special und wurde nicht nur mit einer neuen persönlichen Bestmarke, sondern auch mit einem deutschen Rekord belohnt: 84,704 Prozent, das schaffen die allermeisten Grand Prix-Reiter nicht mal in der Kür. Wie Recherchen am Rande des Vierecks ergaben, ist dies das weltweit drittbeste Ergebnis in einem Grand Prix Special. Noch höher bewertet wurden nur Charlotte Dujardin und Valegro (über 88 Prozent) und Edward Gal mit Totilas (86 Prozent). 

Für Dorothee Schneider ging es in München nicht um Rekorde, sondern um olympische Träume. Der Reitmeisterin fehlte nämlich noch die Qualifikation für Tokio, zumindest mit ihrem Championatspferd Showtime FRH. Der 15 Jahre alte Sandro Hit-Sohn hatte seit der Europameisterschaft in Rotterdam 2019 kein Turnier mehr bestritten. Um in Tokio starten zu können, mussten die beiden noch Grand Prix-Prüfungen mit mindestens 66 Prozent vorweisen, bei denen zumindest ein Fünf-Sterne-Richter zur Jury gehörte. Von diesen höchsten Richtern gab es in München reichlich. Dorothee Schneider biss die Zähne zusammen und zeigte sowohl im Grand Prix als auch im Special starke Leistungen, obwohl sie mit gebrochenem Schlüsselbein und gebrochenen Rippen arg gehandicapt war. Zweimal Platz zwei mit 79,109 Prozent im Grand Prix und 82,468 im Special lautete die Bilanz. Das drittbeste Ergebnis in beiden Prüfungen erzielte Isabell Werth mit dem brandenburger Wallach DSP Quantaz (76,674 bzw. 80,0).

Die Kür der Vier-Sterne-Tour wurde von ausländischen Reiterinnen und Reitern dominiert. Der Sieger kommt aus Spanien: Juan Matute Guimon zeigte mit dem Hannoveraner Quantico (v. Fighting Fit) die stärkste Vorstellung (76,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz behauptete sich als einzige deutsche Teilnehmerin Lena Waldmann, Bereiterin des Gestüts Bonhomme, mit dem Hengst Fiderdance (v. Fidertanz). Das Paarverreichte 76,14 Prozent. Dritte wurde die Österreicherin Astrid Neumeyer mit Zap Zap (75,9)

Jessica von Bredow-Werndl erlebte in München wahre Sternstunden, denn zu den beiden Siegen mit Dalera beim CDI4* gesellten sich zwei weitere in der Drei-Sterne-Tour mit dem zwölf Jahre alten Hannoveraner Ferdinand BB, dessen Namenszusatz wie bei Dalera auf die Schweizer Besitzerin Beatrice Bürchler-Keller hinweist. Im Grand Prix schlichen sich kleine Fehler ein (72,739), im Special hingegen machte der Florencio-Sohn seine Sache gut: 75,383 Prozent.    hen

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