26. September 2021

Pegamo.de

Alles übers Pferd

Erfolgreicher Abschluss des Para-Wochenends der Pferd International München 2021

Die Bayerin Elke Philipp fand durch Hippotherapie zum Pferd - heute siegte sie mit Fürst Sinclair in der Kür (Grade I). Foto: Hubert Fischer

Die Bayerin Elke Philipp fand durch Hippotherapie zum Pferd - heute siegte sie mit Fürst Sinclair in der Kür (Grade I). Foto: Hubert Fischer

Therapeutisches Reiten kann der Beginn einer Karriere im Breitensport-Reiten bis hin zum paralympischen Reitsport sein.
Die Olympionikin Elke Philipp ist genau so zur internationalen Reiterin der Para-Dressur geworden. An einer Hirnhaut- und Kleinhirnentzündung erkrankte sie mit 20 Jahren. Die Folgen sind eine linksseitige spastische Lähmung und Rumpfinstabilität. Durch eine Hippotherapie konnte sie sich von ihrem Rollstuhl lösen. 2005 kaufte sie sich ihr erstes eigenes Pferd – seitdem nimmt die Erfolgsgeschichte ihren Lauf. Eingeordnet wurde Elke in Grade I, dies ist die Sparte der am schwersten behinderten Reiter, hier werden die Lektionen nur im Schritt geritten. Angefangen von der Deutschen Meisterschaft der Dressurreiter mit Handicap über die Deutsche Meisterschaft der Grade I-Athleten, die sie jeweils 2013 bis 2016 für sich gewinnen konnte, bis hin zur Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften. Der Höhepunkt ihrer Karriere bildete 2016 die Silbermedaille in der Mannschaftswertung der deutschen Para-Dressurreiter bei den Sommer-Paralympics in Rio de Janeiro.
Derzeit gehört Elke Philipp mit zu den neun Paaren der Longlist des Bundestrainers Bernhard Fliegl und nimmt momentan bei der Pferd International München an der Qualifikation für die Paralympics in Tokio teil. Von diesen neun Sportlern werden im Laufe der Qualifikationen sechs ausgewählt für die sogenannte Shortlist. Aus diesen sechs Paaren wiederum bildet der Bundestrainer am 09. August die Mannschaft mit 4 Paaren und 2 Reserve-Reitern, die dann bei den Paralympics in Tokio vom 24. August bis 5. September an den Start gehen. Die Athleten der Mannschaft haben unterschiedliche Grades. Jedes Grade hat eine bestimmte prozentuale Gewichtung. Grade I, mit der schwersten Behinderung, hat eine höhere Wertung als das Grade V, in dem der Sportler körperlich weniger beeinträchtig ist.

Auch Nachwuchs-Para-Reiterin Julia Porzelt aus Bayern träumt von den paralympischen Spielen. Ebenfalls wie Elke Philipp, ist auch Julia von der Hippotherapie und Reittherapie zum Leistungssport Reiten gelangt. Sie wurde ohne Beine und mit sogenannten Löffelhänden geboren. Nach einer Operation hat sie an jeder Hand drei Finger. Durch die Hippo- und Reittherapie entdeckt sie ihre Leidenschaft zu Pferden und entscheidet sich diesen Sport leistungsorientiert nachzugehen. Mit Erfolg: Neben den nationalen Para-Turnieren und Regelturnieren mit Nichtbehinderten, nimmt sie erfolgreich an Bayerischen und Deutschen Meisterschaften teil. Julia wird dem Grade II zugeordnet, ihre Turnieraufgaben bestehen aus Schritt- und Trabsequenzen. 2015 startet sie das erste Mal an einem internationalen Turnier. 2016 wird Julia sowohl Süddeutsche als auch Deutsche Meisterin. Ihre Ziele sind groß, sie möchte weitere internationale Wettkämpfe und Championate bestreiten, bis hin zu den paralympischen Spielen. Auch Julia ist über Pfingsten auf die Olympia-Reitanlage München-Riem zur Pferd International München gereist um vor den Augen des Bundestrainers und seiner Entourage bestmögliche Leistung zu zeigen.

Zeibig und Mispelkamp erreiten Hattrick
Der heutige Turniertag stand ganz im Zeichen der MEGGLE Gruppe und der „Königsdiszplin“ Kür. Die Westfälin Heidemarie Dresing klettert im Ranking im Vergleich zu den Vortagen weiter nach vorn. Mit ihrer Stute La Boum konnte sie im Grade II die Kür für sich gewinnen (76.878%). Die Konkurrenz war stark, doch der Österreicher Pepo Puch fiel nach zwei Siegen von Samstag und Sonntag in der heutigen Kür auf Platz zwei zurück (76.433%).
Im Grade I setzte sich Elke Philipp mit ihrem Hengst Fürst Sinclair an die Spitze (78.733%). Der gestrige Sieger Michael Murphy aus Irland positionierte sich auf Rang zwei (78.400%).
Hannelore „Hanne“ Brenner (74.625%) ließ in der Kür des Grade IV, dem Brasilianer Rodolpho Riskalla (74.975%) mit seinem Hannoveraner Hengst Don Frederic, im Besitz des Schafhofs, den Vortritt.
Überflieger des gesamten Wochenendes waren Steffen Zeibig mit seiner Verlass-Stute Feel Good für das Grade III und Regine Mispelkamp mit Highlander Delight`s im Grade V. Sie waren jeweils durch und durch ein eingespieltes Team und siegten auch in der Kür. Zeibig lag mit 77.111% vor Claudia Schmidt mit Rosso WRT (75.111%). Für Mispelkamp standen glatte 79.000% an der Anzeigetafel, dies war ein deutlicher Vorsprung gegenüber Isabell Nowak und Fürstin HB mit 73.483%.

Von Donnerstag, 27. bis Sonntag 30 Mai, gehört das letzte Turnierwochenende der Pferd International München den Springpferden. Am Freitag freuen sich dann besonders die Amateure auf ihren ersten Saisonstart.

Wir halten Sie auf unseren Social Media Kanälen auf dem Laufenden:
www.facebook.com/PferdInternational/ www.instagram.com/pferdinternational/
Mehr Informationen unter www.pferdinternational.de

Abonnieren Sie dem Newsletter!

d1a5a6f68d

This website uses cookies. By continuing to use this site, you accept our use of cookies.  Mehr erfahren