22. Juni 2021

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Mehr Inklusion im Breitensport Pferd International München als Vorreiter

Der Ire Michael Murphy (mit Cleverboy und Dark Diamond) kam nach München, um sich für die Paralympics zu qualifizieren - jetzt hat er bereits zwei Siege in der Tasche. Foto: Hubert Fischer

Der Ire Michael Murphy (mit Cleverboy und Dark Diamond) kam nach München, um sich für die Paralympics zu qualifizieren - jetzt hat er bereits zwei Siege in der Tasche. Foto: Hubert Fischer

„Mehr Para-Prüfungen im Breitensport auf ländlicher Basis wären hilfreich“, sagt die Para-Reiterin Silvia Logemann aus Berne bei Bremen. Sie ist durch ihre Erkrankung an Multiple Sklerose (MS) zum Para-Sport gelangt. Sie reitet in Grade I. Bei der Para-Dressur werden die Athleten in fünf verschiedenen Klassen eingestuft, so genannte Grades, abhängig davon ist, wie stark die Sportler körperlich eingeschränkt sind. Grade I ist die schwerste Behinderung und hier wird ausschließlich im Schritt geritten.

Mit ihrem neuen Pferd Neandro alias Kurt sind Silvia und ihr Mann Hartmut nach München gereist, um die Chance wahrzunehmen, weitere Turniererfahrung für Pferd und Reiter zu sammeln. „Es ist schwierig über das Jahr verteilt motiviert zu bleiben, wenn ich mich kaum im Wettkampf messen kann. Gerade in meiner Klasse fehlt es an Wettkampfmöglichkeiten, wobei Süddeutschland schon ein Vorreiter ist. Ich kann nur Schritt reiten und daher auf einem Regelturnier nicht starten. Meine Kollegen aus dem Grade V (leichteste Behinderung) reiten in allen drei Grundgangarten, angelehnt an Klasse M, und können da schon eher an normal ausgeschriebenen Prüfungen teilnehmen“. Turnierveranstalter im Allgemeinen sollten sich mehr trauen, auch Para-Prüfungen in ihrem Rahmenprogramm zu integrieren. Es bedarf für den Turnierveranstalter keine zusätzlichen oder besonderen Gegebenheiten, um diese Art von Inklusion zu fördern.

„Gegen mich selbst zu reiten ist natürlich auch nicht Sinn der Sache“, lacht Silvia, „natürlich ist es schwierig eine Prüfung anzubieten, wenn dafür zu wenig Nennungen zusammen kommen. Allerdings wäre es für mich und auch einige meiner Mitstreiter sehr von Vorteil, auf einem Turnier einen Trainingsritt unter Wettkampfbedingungen und Beurteilung von Richtern absolvieren zu dürfen. Das ist für mich die Motivation, weiter Sport zu treiben und Therapie für meinen Körper“.

Mispelkamp und Deutz erneut auf dem Podest

Same procedure as yesterday. Bereits gestern konnte sich Regine Mispelkamp (Geldern) im Grade V, Preis des Förderkreises für nationalen und internationalen Reitsport (FRB) e.V., Platz eins und zwei des Treppchens sichern, ebenso heute. Mit ihrem Nachwuchspferd Highlander Delight´s belegte sie mit 75.913% Rang 1. Ihr Wallach Look at me now brachte sie mit 75.040 Prozentpunkten auf den zweiten Platz. Auch gestern auf Platz drei: Isabell Nowak (Lyhren), heute allerdings mit ihrem Schimmel Fire Moon und 69.524 Prozent. Mit ihrer Stute Fürstin HB konnte die 38-jährige Rang 5 für sich gewinnen.
Im Grade IV, dem in Deutschland am meisten vertretenen Grade, hier wird L-Niveau geritten, lag erneut Saskia Deutz (Insel Rügen) mit Stute Soyala von Swarovski und 71.341% vorne. Dicht gefolgt wurde die Deutsche Vize-Meisterin in der Para-Dressur von Mehrfach-Medaillien-Gewinnerin Hannelore „Hanne“ Brenner (Wachenheim) und der Stute Belissima mit 71.220 Prozentpunkten.
Steffen Zeibig (Arnsdorf) dominierte mit 72.745% mit seiner Fürst Heinrich-Tochter Feel Good im Grade III – Preis der Josera petfood GmbH. Hier werden Schritt-Trab-Aufgaben vom Sportler abverlangt. Claudia Schmidt (Darmstadt) und Trakehner Rosso WRT folgten ihm mit 72.500 Prozentpunkten auf dem zweiten Rang. 69.412 Prozent und somit Platz drei erritt sich Dr. Angelika Trabert (Dreieich) mit ihrer Stute D’Agustina.

Im Preis des Förderkreises für nationalen und internationalen Reitsport (FRB) e.V. des Grades I, in dem es hauptsächlich Schritt-Lektionen, ganz selten Schritt-Trab-Sequenzen gibt, stand für den Iren Michael Murphy letztendlich 76.488% auf der Anzeigetafel, dies bedeutet ebenfalls erneut den Sieg für ihn und seinen Wallach Cleverboy. Elke Philipp (Treuchtlingen) lag knapp hinter dem Iren und konnte mit 76.012 Prozentpunkten den zweiten Platz für sich verbuchen.

Last but not least. Die Athleten des Grades II, sie reiten Schritt-Trab-Aufgaben. Hier konnte sich Heidemarie Dresing mit La Boum (74.265 %) im Vergleich zu gestern um einen Platz verbessern und zog an der aus den USA angereisten Beatrice de Lavalette und Clarc (70.735%) vorbei. Der ehemalige Vielseitigkeitsreiter Pepo Puch konnte seinen gestrigen Sieg wiederholen – 74.510 % waren für das restliche Feld nicht einzuholen. Puchs Sieg brachte den Österreichern (Puch, Julia Sciancalepore, Bernd Brugger, Valentina Strobl) Platz zwei in der Nationenwertung ein, hinter Deutschland mit Claudia Schmidt, Elke Philipp, Hannelore Brenner und Isabel Nowak. Der dritte Platz ging an Team Singapur (Huièn Hilary Su, Gemma Rose Jen Foo, Laurentia Tan, Maximilian Tan).

Die Mittagspause der Para-Reiter wurde genutzt um zwei nationale Dressurpferdeprüfungen der Klasse A und L zu zeigen. In beiden Prüfungen siegte Renate Voglsang (München) mit dem selbstgezogenen 5-jährigen Wallach Gorgeous Boy RV von Goldberg.

Pfingstmontag steht ganz im Zeichen der MEGGLE Gruppe und der „Königsdiszplin“ Kür. Um 08.00 Uhr beginnt das Turniergeschehen mit Grade III. Über https://reitturniere-live.de/2021/muenchen_1/index.html können Sie die Ergebnisse live mitverfolgen.

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