27. Oktober 2021

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Digitale FN-Bildungskonferenz mit 450 Teilnehmern – Die 14. Bildungskonferenz verströmte Aufbruchstimmung

Online-Seminar

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Warendorf (fn-press). „Solche Menschen machen Mut.“ Diese Reaktion im Chat der zum zweiten Mal digitalen Bildungskonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) fasste zusammen, was wohl viele der 450 Teilnehmer dachten. Zuerst gab es einen optimistischen Blick in die Zukunft, dann verriet eine Reitschule ihr Erfolgsgeheimnis und eine Olympiasiegerin inspirierte mit vielseitigen Trainingstipps. Die 14. FN-Bildungskonferenz verströmte Aufbruchstimmung.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten standen auf dem rund dreistündigen Programm, zu dem FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach die Konferenzteilnehmer begrüßte, bevor Moderator Christoph Hess übernahm. Eingebettet in die Vorträge und begleitet durch Videostatements der Fachschulleiter wurden die Namen von 210 Trainerabsolventen verlesen, da sie nicht persönlich vor Ort mit der Gebrüder Lütke-Westhues-Auszeichnung geehrt werden konnten. Diese Digital-Ehrung diente zugleich als kleine Pause und Erholung für die Teilnehmer.

Wer will nicht wissen, wie es nach der Pandemie weitergeht und wie die Pandemie unsere Zukunft beeinflusst? Einen optimistischen Ausblick bot der renommierte Zukunftsforscher Professor Dr. Horst Opaschowski, der seit den 70er Jahren in die Zukunft schaut, indem er die Gegenwart beobachtet. Armutskrise, Pflegekrise und Klimakrise – Die Pandemie hat die Defizite des Lebens aufgedeckt und die Sinnfrage neu gestellt. Für Prof. Opaschowski gibt es sieben positive Zukunftsperspektiven: Gesundheit wird das höchste Gut im Leben. Familie, Nachbarn und Generationensolidarität helfen gegen soziale Unterernährung und sorgen für Beziehungsreichtum. Berufs- und Privatleben nähern sich an. Zeit wird fast so wertvoll wie Geld. Für Egoismus ist immer weniger Platz. Das neue Zukunftscredo ist ein realistischer Optimismus mit Bodenhaftung. Und Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung: wir leben bewusster, besser und bescheidener. Nach 50 Jahren Zukunftsforschung und mittlerweile 80 Jahre auf der Welt, gab Prof. Opaschowski zum Abschluss seines launigen Vortrags Empfehlungen für ein gelingendes Leben. Einer davon „Du allein kannst es, aber du kannst es nicht allein: Hilf anderen, damit auch dir geholfen wird.“

Dieses Motto gehört sicher auch zu den Leitsätzen von Britta Berse. Die Trainerin B betreibt in Wuppertal eine Familien-Reitschule. Eine Erfolgsgeschichte, die mit einem Pony begann und heute 40 Schulpferde und -ponys sowie ein 40-köpfiges Helferteam umfasst. Eine Erfolgsgeschichte, die im letzten März wie viele Reitschulen mit der Pandemie und dem Lockdown ausgebremst wurde. Britta Berse schilderte die Achterbahnfahrt ihrer Reitschule und wie sie die Herausforderungen meisterte, so dass sie sich sogar zu den Gewinnern der Coronakrise zählt. Die staatlichen Finanz- und Förderprogramme halfen ihr nicht, sondern vor allem die gute Beziehung zu ihren Kunden. Britta Berse hat immer ihr Ohr am Kunden, lässt sich von deren Wünschen und Bedürfnissen inspirieren. Das Ergebnis ist eine enge Kundenbindung, die sie auch durch die Pandemie trug, da sie viel Unterstützung von ihren Reitschülern und deren Eltern erfuhr.
Auch wenn die Konferenz digital war, Pferde und Reiter kamen auch vor. Wie abwechslungsreiche Ausbildung aussieht, erfuhren die rund 450 Ausbilder vor den heimischen Bildschirmen von Bettina Hoy, Mannschaftswelt- und Europameisterin in der Vielseitigkeit. Mit Hilfe von Videos zeigte sie, mit welchen Möglichkeiten Ausbilder und Trainer die Motivation ihrer Schüler und Pferde am effektivsten erhalten. Im Training mit Bettina Hoy spielt Cavalettiarbeit eine große Rolle. Die Pferdewirtschaftsmeisterin bewies einmal mehr, dass mit ein paar Stangen ganz viel Ausbildungsziele und -effekte erreicht werden können.

Abschließend stellten FN-Ausbildungsleiter Thies Kaspareit und Konferenzorganisatorin Eva Lempa-Röller neue Angebote für die Traineraus- und -fortbildung vor, beispielsweise die neuen Richtlinien Band 2 für Reiten, die Online FN-LevelUp oder das PM-Trainer Mobil. Eines der zentralen Themen war dabei das FN-Ausbildernetz, das seit März online ist. „Wir freuen uns, das nach nur drei Monaten bereits 260 Trainer C, B, A, Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister sowie Fachschulleiter und Vertreter der Pferdesportverbände diese interaktive und kostenlose Plattform nutzen, um sich digital auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen“, sagte Eva Lempa-Röller. Das FN-Ausbildernetz ergänzt das Online-Angebot im FN-Trainerportal. Möglich macht das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der das Projekt unterstützt und finanziell fördert. Das FN-Ausbildernetz ist eine Informations- und Austauschplattform, auf der Nutzer und Nutzerinnen Beiträge erstellen, kommentieren und Gruppen gründen können, auf der Dokumente, Videos und Informationen eingestellt und aufgefunden werden. Trainer und Trainerinnen, die einen Abschluss als Trainer C, B, A (sowie Fachübungsleiter, Reitwarte, Amateurreitlehrer), Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister Klassische Reitausbildung vorweisen, können sich über www.fn-ausbildernetz.de anmelden.

Die Bildungskonferenz trägt dem hohem Stellenwert und der Schlüsselfunktion von Ausbilder*innen und Trainer*innen im Pferdesport Rechnung. Sie bilden im Umgang mit dem Pferd aus und vermitteln die Reit-, Fahr- oder Voltigierlehre. Trainer und Ausbilder in dieser Aufgabe zu stärken und fortzubilden, ist Ziel der Bildungskonferenz. Daher beschäftigen sich die Vorträge und Praxisteile alljährlich mit dem erfolgreichen Lehren und Lernen. Bo

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