2. Dezember 2021

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FN-Tagungen Fulda: Ehrungen und Auszeichnungen

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Fulda (fn-press). Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat ihre Mitgliederversammlung in Fulda, die erstmals wieder in Präsenz stattfinden konnte, dazu genutzt, herausragende Persönlichkeiten aus Pferdesport und -zucht für ihre Verdienste auszuzeichnen und sich für das große Engagement zu bedanken.

Mit der Graf-Landsberg-Medaille in Gold, der höchsten Auszeichnung der FN für Verdienste im Breitensport und in der Verbandspolitik, wurde Gisela Hinnemann aus Voerde ausgezeichnet. Die ehemalige Kommunalpolitikerin und NRW-Landtagsabgeordnete war ab 2009 Mitglied des FN-Präsidiums, in dem sie das Ressort Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe vertrat. Ihr besonderes Anliegen galt schon immer dem Sport im Allgemeinen und besonders dem Pferdesport, dem sie auch durch ihren Mann, Reitmeister Johann Hinnemann, eng verbunden ist. Während ihrer Zeit im Landtag (2000 bis 2005) hatte sie den Vorsitz im Sportausschuss inne. Viele Jahre war sie außerdem Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Pferdesportvereine in Nordrhein-Westfalen und gehörte von 2006 bis 2014 auch dem Präsidialausschuss Breitensport und Sportentwicklung im Deutschen Olympischen Sportbund an. Seit 2008 ist sie Vizepräsidentin Leistungssport im Landessportbund Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus ist sie stellvertretende Vorsitzende der Sportstiftung NRW, seit 2014 Vorstandsmitglied des Vereins Deutsches Sport & Olympia Museum und seit 2016 Mitglied des WDR-Rundfunkrats. Für ihre Verdienste wurde Gisela Hinnemann bereits 2017 mit der Dieter-Graf-Landsberg-Medaille in Silber ausgezeichnet, 2018 erhielt sie die Sportplakette des Landes NRW. In Fulda wurde Gisela Hinnemann, die nicht mehr zur Wiederwahl antrat, zum FN-Ehrenmitglied ernannt.

Ebenfalls zum FN-Ehrenmitglied ernannt wurde Karl-Heinz Groß, langjähriger Finanzkurator im FN-Präsidium. Bereits 1980 wurde der gelernte Bankkaufmann und ehemalige Direktor der Dresdener Bank in Saarbrücken (1986 bis 2003) Schatzmeister im Vorstand des Landesverbandes Saar und übernahm 1994 den Vorsitz. 2001 wurde Karl-Heinz Groß ins Präsidium der FN gewählt und gehörte in seiner Funktion als Finanzkurator auch dem Vorstand des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) an. In seiner Schlüsselposition war es sein besonderes Anliegen, sowohl den Bedürfnissen der Leistungssportler als auch der Breitensportler, Vereine und Betriebe gerecht zu werden. 2013 war er maßgeblich an der Gründung der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport beteiligt und gehört seither dem Stiftungsvorstand an. Über den Pferdesport hinaus war und ist Karl-Heinz Groß auf vielfältige Weise für Sport und Kultur in seinem Heimatland engagiert. Für seine Verdienste verlieh ihm die FN im Jahr 2011 das Deutsche Reiterkreuz in Gold. 2014 wurde er mit der Sportplakette des Landes Saarland ausgezeichnet. 2018 wurde ihm für seine Verdienste im Ehrenamt, insbesondere im Pferdesport, das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Auch Karl-Heinz Groß stand in Fulda nicht mehr zur Wiederwahl.

Ebenfalls mit der Graf Landsberg-Medaille in Gold wurde Dr. Wilma Ubbens ausgezeichnet, die nach 36 Jahren als Delegierte (seit 1985) und Sprecherin der PM-Regionalversammlung (seit 2000) in Baden-Württemberg nicht mehr zur Wahl antrat. Bereits 1983 wurde die akademische Oberrätin i.R. Persönliches Mitglied der FN. Von 2001 bis 2013 war sie Mitglied im PM-Vorstand. Während ihrer Amtszeit zeichnete sich Dr. Wilma Ubbens als eine der aktivsten PM-Delegierten aus. Ihr Anliegen war es, über gute Fortbildungsangebote einen Beitrag zum Wohl des Pferdes und zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Pferden zu leisten. Regelmäßig brachte sie aktuelle Themen ein. Mit ihrer Unterstützung wurde das Angebot an PM-Seminaren ständig weiter ausgebaut, wobei sie durch organisatorische Perfektion und große Verlässlichkeit glänzte. Bereits 1997 wurde sie mit der FN-Plakette für besondere Verdienste in Silber ausgezeichnet, 2005 erhielt sie das Deutsche Reiterkreuz in Bronze. 2020 zeichnete sie der Pferdesportverband Baden-Württemberg für ihre Tätigkeit als PM-Delegierte und -Sprecherin mit der Landesverbandsehrennadel in Gold aus. Unabhängig vom Engagement für die PM war Dr. Wilma Ubbens von 1986 bis 1991 Fachbeisitzerin im Reit- und Fahrverein Schwäbisch Gmünd, von 1991 bis 2011 dessen Vorsitzende und ist seit 2011 Ehrenvorsitzende des Vereins.

Mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold, der höchsten Auszeichnung der FN für Verdienste für den Pferdesport, wurde Robert Kuypers ausgezeichnet. Der Diplom-Agraringenieur und Amateurreitlehrer trat nach einer einjährigen Tätigkeit als Nachwuchsführungskraft in Warendorf 1984 in die Dienste des hessischen Pferdesportverbandes und wurde zwei Jahre später dessen Geschäftsführer. Während seiner 35-jährigen Amtszeit war er in zahllosen Arbeitskreisen der FN tätig und prägte die Verbandsentwicklung maßgeblich mit. Besonders zeichnete sich Robert Kuypers durch sein Engagement gegen die Einführung einer Pferdesteuer aus und investierte hierbei sehr viel Energie in die Zusammenarbeit mit der Politik, den Institutionen und Organisationen. 2007 wurde er bereits mit dem Kommissionsehrenteller für jahrzehntelangen Turnierrichtereinsatz durch die Landeskommission Hessen ausgezeichnet. Bereits 2013 verlieh ihm die FN die Graf Landsberg-Medaille in Gold.

Mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber wurde der gerade für eine vierte Amtsperiode als Vorsitzender des FN-Vorstands Zucht und FN-Vizepräsident wiedergewählte Theodor Leuchten ausgezeichnet. Der Diplom-Agraringenieur aus Ratingen und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Pferdezucht und Pferdesport der Landwirtschaftskammer NRW betreibt in dritter Generation die Reitsportanlage Gut Volkardey und ist langjähriger Vorsitzender des Reitervereins Volkardey. In seiner aktiven Zeit war Leuchten ein erfolgreicher Vielseitigkeitsreiter, Rheinischer Meister, Deutscher Mannschaftsmeister und zweimal DM-Bronzemedaillengewinner. Auch als Züchter machte er sich bereits früh einen Namen, als er mit dem 1985 geborenen Festivo (v. Frühlingsball – Pasteur xx) den Siegerhengst der Rheinischen Körung stellte. 2008 übernahm Theodor Leuchten das Amt des Vorstandsvorsitzenden im Rheinischen Pferdestammbuch und wurde ein Jahr später Vorsitzender des FN-Vorstands Zucht und FN-Vizepräsident. Zu den Aufgabenschwerpunkten seiner Amtszeit gehörte unter anderem die Entwicklung eines Hengstleistungsprüfungssytems (HLP) für Reitpferde, die nach dem Rückzug des Staates notwendig geworden war. Unter seiner Führung fusionierte das Rheinische Pferdestammbuch mit dem Hannoveraner Verband, der seitdem neben dem eigenen ein zweites Zuchtbuch für die Warmblüter aus Rheinischer Zucht führt. Von 2015 bis 2019 war Theo Leuchten Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Hannoveraner Verbandes.

Mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber wurde Dieter Medow ausgezeichnet, seit 2013 Vize-Präsident der FN. Bereits als Schüler engagierte sich Medow ehrenamtlich im Rahmen der Turniere in den Neumünsteraner Holstenhallen und in Malente, aber auch im Bad Segeberger Reit- und Fahrverein, bis Beruf und Familie den Vorrang erhielten. Das änderte sich 2010 wieder, als Medow, damals noch Geschäftsführer eines finnischen Forstindustrieunternehmens, zum Vorsitzenden des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein gewählt wurde. 2013 trat er darüber hinaus die Nachfolge von Ruth Klimke als Vorsitzender des Bereichs PM an und wurde damit zugleich FN-Präsidiumsmitglied. Zu den Stärken des früher begeisterten Freizeitreiters gehört die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, Gemeinsamkeiten zu suchen und Gräben zu überwinden. Dieter Medow gilt zudem als extrem guter Zuhörer, der auf unendlich vielen Veranstaltungen und Sitzungen zu Gast ist und sein Ohr immer an der Basis hat. Als PM-Vorsitzender hatte er maßgeblichen Anteil am neuen Auftritt der PM unter dem Motto „Pferd und Mensch“ im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung des Bereichs PM innerhalb des Gesamtverbandes.

Bereits am Vorabend der FN-Tagungen wurde John Roche, bis Februar 2020 Geschäftsführer des Bereichs Springsport der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (Fédération Equestre Internationale, FEI), das Deutsche Reiterkreuz in Silber verliehen. Captain John Roche diente während seiner militärischen Laufbahn an der Reitschule der irischen Armee und gehörte in dieser Zeit zu den international erfolgreichsten irischen Springreitern. 1979 gewann er mit der Mannschaft den Nationenpreis in Aachen. 1987 trat er in die Dienste der FEI. Dabei betreute er die Disziplinen Springen und Fahren und war auch für den internationalen Turnier-Terminkalender der FEI verantwortlich. 2007 übernahm er die Geschäftsführung des bei der FEI neu gegründeten Bereichs Springsport. Zusätzlich war der ausgewiesene Pferdesportfachmann für den Weltcup der Springreiter, die Nationenpreis-Serie und das General Stewarding verantwortlich und zeichnete sich dadurch aus, dass er den Reitern und Veranstaltern immer auf Augenhöhe begegnete.

Ebenfalls mit der Gustav-Rau-Medaille in Gold wurde Karl-Heinz Bange aus Seibersbach ausgezeichnet, seit 1993 Mitglied und seit 1997 stellvertretender Vorsitzender im Vorstand des Bereichs Zucht der FN. Ursprünglich aus dem Sauerland stammend, lebt Karl-Heinz Bange seit 1960 in Seibersbach, wo er auf dem elterlichen Gut einen modernen Milchviehbetrieb errichtete. Schon immer widmete er sich mit großer Passion der Pferdezucht und dem Pferdesport. Bis zum Jahr 1995 war er selbst im Reitsport in Springen, Dressur und Vielseitigkeit erfolgreich, engagierte sich 33 Jahre lang im Vorstand des RV Rheinböllen, davon 21 Jahre als Vorsitzender, und war auf seinem Betrieb Veranstalter mehrerer Vielseitigkeitsturniere. Eines seiner züchterischen Aushängeschilder ist der Körungssieger Skatman (v. Sixtus – Navarino xx), der bei den Bundeschampionaten 2001 den Bronzerang bei den Vielseitigkeitspferden belegte. 1993 wurde Karl-Heinz Bange zum Vorsitzenden des Pferdezuchtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar gewählt. Vier Jahre später übernahm er den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Pferdezuchtverbände (AGS) und wurde im selben Jahr Mitglied im Vorstand Zucht der FN. Ohne ihn wäre die AGS heute nicht das, was sie ist: eine vielbeachtete süddeutsche Züchtergemeinschaft mit wirkungsvollen Absatzmöglichkeiten. Seine Weitsicht und Ideen gaben der Pferdezucht, insbesondere in der „Südkoalition“ immer wieder wichtige Impulse. Als Meilenstein sei hier auch die Einführung der gemeinsamen Rasse Deutsches Sportpferd genannt, an dessen Entwicklung Karl-Heinz Bange großen Anteil hatte. Für seine Verdienste um die Deutsche Pferdezucht wurde Karl-Heinz Bange 2007 mit der Gustav-Rau-Medaille ausgezeichnet. Im Jahr 2010 erhielt er den Staatsehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz.

Mit der Gustav-Rau-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung der FN im Bereich Pferdezucht, wurde Detlef Schwolow ausgezeichnet, seit 2009 Mitglied des Vorstands Zucht der FN. Detlef Schwolow war zunächst Leiter des traditionsreichen Trabergestüts Lindenhof in Templin, bevor er sich parallel dazu einen privaten landwirtschaftlichen Pensions- und Reitbetrieb in seiner Heimat Dallgow aufbaute. Bis heute betreibt er eine erfolgreiche Ponyzucht mit eigener Hengststation und ist aktuell Züchter von 172 eingetragene, erfolgreichen Ponys. 2003 stellte er sowohl den Bundeschampion bei den Spring- wie auch den Vielseitigkeitsponys und darüber hinaus den Bundessieger Sportponys bei der Grünen Woche in Berlin. Seit der Neugründung des Verbandes Berlin-Brandenburg im Jahr 1991 war er sowohl im Vorstand seines Zuchtvereines Havelland als auch im Vorstand des Verbandes aktiv für die Ponyzucht tätig. Seit der Verschmelzung zum Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt 2007 nahm er bis 2019 die Position des stellvertretenden Vorsitzenden ein und leitete die Geschicke im Ponybereich. Er ist dabei einer der wichtigsten Motoren und Motivatoren des Verbandes, egal ob es zum Zucht oder Sport geht. Detlef Schwolow ist außerdem Mitglied der Körkommission und der Bewertungskommission Stuten sowie und Initiator und Unterstützer der Jungzüchterarbeit. Detlef Schwolow ist außerdem Gründungsmitglied des Rasseparlaments Deutsches Reitpony und seit 2009 stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Pony- und Kleinpferdezüchter (AGP). Seit 2017 begleitet er außerdem mit viel Ehrgeiz die Geschicke der AGS als Stellvertretender Vorsitzender für den Ponybereich. Detlef Schwolow trat in Fulda nicht zur Wiederwahl an.

Mit der Graf Landsberg-Medaille in Silber wurde Dr. Christiane Müller aus Trenthorst ausgezeichnet, seit 2013 als FN-Tierschutzbeauftragte Mitglied im Präsidium der FN. Die promovierte Agrarwissenschaftlerin ist sein 1997 von der Landwirtschaftskammer Kiel öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Pferdehaltung, Pferdezucht und Pferdesport. Dabei gehört auch die Beurteilung von pferdehaltenden Betrieben im Rahmen der FN-Kennzeichnung zu ihren Tätigkeitsschwerpunkten. In dieser Funktion ist sie seit Jahren Mitglied in der Jury „Unser Stall soll besser werden“. Maßgeblich begleitete sie im Namen der FN auch die Überarbeitung der kürzlich überarbeiteten Leitlinien für den Tierschutz im Pferdesport.

Mit der Graf Landsberg-Medaille in Bronze wurde außerdem Harald Heiden aus Klein Labens ausgezeichnet, seit 2003 Persönliches Mitglied und seit 2012 PM-Sprecher in Mecklenburg-Vorpommern. Sein umfangreiches Wissen über die Belange der Pferdesportler und PM in Mecklenburg-Vorpommern, seine Kenntnisse der strukturellen Voraussetzungen des Landes und besonders seine engen Kontakte zum Landesverband waren dabei Garanten für ein attraktives und passgenaues PM-Angebot in Mecklenburg-Vorpommern. 2021 tritt Harald Heiden nicht mehr zur Wahl an. Unabhängig vom Engagement als PM-Sprecher führt der Diplompädagoge für Sport und Biologie den Reitverein Seenland Klein Labenz als Vorsitzender seit seiner Gründung und war bis zu seiner Pensionierung für die Ausbildung der landwirtschaftlichen Berufe (unter anderem Pferdewirte und Meister) verantwortlich.

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