5. August 2021

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Ja zum Wolf – aber nicht um jeden Preis

Wolfsrudel (AdobeStock)

Wolfsrudel (AdobeStock)

Warendorf (fn-press). Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes „Landvolk Niedersachsen“, Jörn Ehlers, hat im Beisein von Weidetierhaltern und weiteren Partnern aus dem Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement eine repräsentative Umfrage zum öffentlichen Meinungsbild über Wölfe in Niedersachsen an Umweltminister Olaf Lies übergeben. Laut dieser Studie finden die Menschen in Niedersachsen die Rückkehr der Wölfe überwiegend gut (67 Prozent), aber eine deutliche Mehrheit von 72 Prozent der befragten Niedersachsen sieht auch die Probleme für Weidetierhaltung und Menschen.

Große Unterstützung gibt es in Niedersachsen offenbar für eine Bestandskontrolle der Wolfspopulation (70 Prozent) und das Fernhalten von Wölfen aus Landschaften, die nicht sicher gezäunt werden können, wie Deiche (83 Prozent). „Uns haben die Ergebnisse und die darin deutlich erkennbare Unterstützung einiger unserer Forderungen, z.B. nach einem Bestandsmanagement oder nach wolfsfreien Gebieten, schon überrascht. Umweltminister Lies wird dieses repräsentative Bild der öffentlichen Meinung bei zukünftigen Entscheidungen hoffentlich Rückenwind geben, um die nächsten notwendigen Schritte zu einem aktiven Wolfsmanagement zu gehen“, erklärt Ehlers stellvertretend für die Weidetierhalter und Mitglieder des Aktionsbündnisses bei der Übergabe vor dem Umweltministerium.

„Bislang gab es keine greif- und belegbaren Daten zum öffentlichen Meinungsbild zum Umgang mit Wölfen. Die Diskussionen werden sehr kontrovers und vor allem emotional geführt: Wolfbefürworter und Naturschützer auf der einen Seite stehen Niedersachsens Weidetierhaltern auf der anderen Seite mit verhärteten Positionen gegenüber“, erklärt Landvolk-Vize-Präsident Jörn Ehlers den Hintergrund.

Die Weidetierhalter Deutschland (WNON), die Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Tierproduzenten (ANT), die Pferdeland Niedersachsen GmbH, der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN), die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) sowie das Landvolk Niedersachsen haben deshalb gemeinsam eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Von Ende Mai bis Anfang Juni wurden vom Berliner Meinungsforschungsinstitut „pollytix“ mehr als 1.000 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Niedersachsen online gefragt.

Ein Großteil der Niedersachsen (65 Prozent) geht davon aus, dass die Zahl der Wölfe in Niedersachsen aktuell steigt, sodass bei der Frage, ob der Wolf in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, diese zu 51 Prozent verneint wird. Annähernd drei Viertel (72 Prozent) sehen, dass der Wolf eine große Gefahr für Nutztiere darstellt. Andere potenzielle Gefahren, wie denen gegenüber Menschen, Tourismus oder Artenvielfalt, werden allerdings nicht gesehen.
„Obwohl die tatsächlichen Auswüchse der steigenden Wolfspopulation längst nicht allen Niedersachsen bewusst sind, befürwortet eine deutliche Mehrheit die Festlegung einer maximalen Anzahl von Wölfen in Niedersachsen gegenüber der uneingeschränkten und unregulierten Ausbreitung“, zeigt Ehlers auf. 65 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Wölfe geschossen werden müssen, wenn diese wiederholt Nutztiere reißen. Bei einer Annäherung von Wölfen an Siedlungen oder Menschen gibt es hingegen nur 50 Prozent Zustimmung zum Abschuss.

Umweltminister Olaf Lies nahm die Studie vor der Landtagssitzung entgegen. Er kommentiert die Umfrage bei der Übergabe wie folgt: „Die Ergebnisse auch dieser Studie zeigen klar: Die Menschen in Niedersachsen stehen der Rückkehr des Wolfes überwiegend offen gegenüber. Der Wolf soll seinen Platz in der Natur haben. Es wird aber gleichzeitig auch deutlich, dass die klare Mehrheit dem Wolf da Grenzen aufzeigen will, wo vermehrt Weidetiere gerissen werden oder sich Wölfe zu nah an Ortschaften aufhalten. Nur 23 Prozent sprechen sich für eine unbegrenzte Vermehrung aus. 70 Prozent der Befragten wünschen sich hingegen, dass eine maximale Anzahl von Wölfen definiert wird. Das zeigt: die Menschen in Niedersachsen sehen das Thema Wolf wesentlich differenzierter, als es in den teilweise extremen Zuspitzungen in der öffentlichen Debatte den Eindruck macht. Die Menschen im Land wissen, dass wir einen Ausgleich zwischen der zunehmend bedrohten Weidetierhaltung und dem Wolfsschutz brauchen. Unsere Doppelstrategie aus Herdenschutz für Weidetiere und Abschuss von Wölfen aus auffälligen Rudeln wird durch die Meinung der Niedersächsinnen und Niedersachsen klar bestätigt: Für eine dauerhafte Akzeptanz brauchen wir ein kluges Management, das die Menschen mit ihren berechtigten Sorgen ernst nimmt.“

Weitere Inhalte der Studie werden Umweltminister Lies und Landvolk-Vize-Präsident Ehlers bei einem öffentlichen Dialog zeitnah vertiefen. Dazu wird gesondert eingeladen. Quelle: Landvolk Niedersachsen

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