23. September 2021

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WM Para-Fahren: Gold für deutsche Mannschaft – WM-Sichtung für Ponyfahrer in Schildau

Logo Weltmeisterschaft der Para-Fahrer

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Schildau (fn-press). In der Pferdesport-Arena in Schildau in Sachsen haben sich die Para-Fahrer zu ihrer zwölften Weltmeisterschaft getroffen. Das deutsche Team mit Heiner Lehrter (Mettingen, Grad 1) mit Dashwood,  Alexandra Röder (St. Augustin, Grad 2) mit Florentino S und Ivonne Hellenbrand (Dillingen, Grad 2) mit Anderson konnte seinen WM-Titel verteidigen. Außerdem holten Heiner Lehrter und Ivonne Hellenbrand beide zusätzlich noch Einzel-Silber in ihrem jeweiligen Grad, der sich nach der Schwere der Behinderung richtet. Patricia Großerichter gewann Einzel-Bronze (Grad 1). Die Weltmeisterschaft der Fahrer mit Behinderung fand gemeinsam mit einer WM-Sichtung für Ponyfahrer statt.

„Das war in Schildau eine ganz tolle Veranstaltung, die Organisatoren haben sich sehr viel Mühe gegeben. Die Tribünen, der Stall, die Toiletten – alles war behindertengerecht, ich glaube, es wurde an alles gedacht“, lobt Bundestrainer Karl-Heinz Geiger den Veranstalter, die Privilegierte Schützengilde Schildau.  Eigentlich sollte die WM schon 2020 in Schildau ausgetragen werden, aber wie so viele Turniere musste auch die WM der Para-Fahrer aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Heiner Lehrter aus Mettingen trat als Vize-Weltmeister in Schildau an. Der 60-Jährige hat als einziger Fahrer weltweit an allen bisherigen Weltmeisterschaften teilgenommen. Er hat verschiedene Behinderungen aufgrund einer Contergan-Schädigung, deshalb setzt er kompensatorische Hilfmittel ein wie etwa Schlaufen auf den Leinen, eine Peitschenhalterung, ein angepasster Sitz oder ein Beckengurt für besseren Halt. Mit seinem erfahrenen Pony Dashwood war er Zweiter in der Dressur, Zweiter im Gelände und kam im Kegelparcours auf zwölf Strafpunkte, womit er seinen zweiten Platz in der Kombinierten Wertung (Grad 1) halten konnte. Der Sieg und damit WM-Gold ging an die US-Amerikanerin Tracy Bowman. Nach Platz vier in der Dressur und Platz fünf im Gelände konnte sich die deutsche Einzelfahrerin Patricia Großerichter (Steinfeld, Grad 1) mit Gentle Man durch eine tolle Runde im Kegelparcours noch die Bronzemedaille sichern. Sie blieb als einzige Fahrerin fehlerfrei und schob sich somit von Platz vier auf Platz drei nach vorne. Stefan Wortmann (Greven, Grad 1) mit Vamos wurde Sechster.

In der Kombinierten Wertung der Fahrer mit Grad 2 belegte Ivonne Hellenbrand (Dillingen, Grad 2) mit Anderson Platz fünf in der Dressur. Nach einem starken Auftritt im Gelände (Platz zwei) verbesserte sie sich auf Platz zwei der Kombinierten Wertung. Diesen Platz konnte sie auch im Kegelfahren halten, denn sie kam mit 6,34 Strafpunkten ins Ziel, was bedeutete, dass sie Platz zwei halten konnte und somit Silber gewann. Die dritte deutsche Mannschafsfahrerin Alexandra Röder (St. Augustin, Grad 2), die mit Florentino S die Dressur gewonnen hatte, wurde Sechste der Kombinierten Wertung.

In der Mannschaftswertung ergaben die Ergebnisse von Heiner Lehrter, Ivonne Hellenbrand und Alexandra Röder insgesamt 280,77 Punkte und gewannen Gold. Denn damit lagen sie vor dem Team aus den Niederlanden, das auf 289,73 Punkte kam. Pech für die Niederländer war, dass ihr Mannschaftsfahrer Jacques Poppen im Gelände ausschied und damit auch sein gutes Dressurergebnis nicht mehr für die Teamwertung zählte.

WM-Sichtung der Ponyfahrer: Sieg für Niels Kneifel
Nicht nur die Para-Fahrer haben sich in Schildau getroffen, auch für die deutschen Ponyfahrer aller Anspannungsarten stand in Sachsen eine Sichtung für ihre WM auf dem Programm. Die Weltmeisterschaften der Ponyfahrer finden vom 16. bis 19. September in Le Pin au Haras in Frankreich bevor. Während die Para-Fahrer am Samstag ihre Geländeprüfung hatten, stand für die Ponyfahrer erst am Sonntag als letzte der drei Teilprüfungen der Marathon auf dem Plan. „Das war für die Zuschauer natürlich toll, sie konnten Samstag und Sonntag jeweils morgens erst Kegelfahren und nachmittags dann die Geländeprüfung anschauen“, erklärte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger. „Für die Fahrer waren es anspruchsvolle Hindernisse“, so Geiger. Bei den Pony-Vierspännern setzte sich sehr souverän Niels Kneifel (Wunstorf) in der Kombinierten Wertung durch. Er gewann die Dressur, das Kegelfahren und dann auch noch das Gelände und siegte so deutlich mit 144,64 Punkten vor Jaqueline Walter (Petershagen) mit 160,67 Punkten.

Die WM-Sichtungen der Ponyfahrer fanden im Rahmen von internationalen Prüfungen statt. Bei den Pony-Zweispännern gewann der Brite Roger Campbell vor der Dänin Maria Buchwald. Bester deutscher Pony-Zweispännerfahrer war Rene Jeurink auf Platz drei vor Carl Holzum auf Platz vier. Dieter Baackmann (Emsdetten) beendete die Kombinierte Wertung auf Rang sechs und die 19-jährige Nachwuchsfahrerin Nea-Rene Bonneß auf Rang sieben, nachdem sie am Ende die Geländeprüfung überraschend gewonnen hatte. „Nea-Rene hat uns am meisten überrascht, sie ist zwar schon im Nachwuchsbereich erfolgreich gefahren, aber das war heute eine ganz starke Leistung im Gelände“, so Geiger begeistert. Auch bei den Pony-Einspännern gewann kein deutscher Fahrer. Hier siegte Milou Huisman aus den Niederlanden vor Sandra Schäfer (Münster) mit Carino S auf Rang zwei. Niels Grundmann (Fredenbeck) mit Tadeus wurde Dritter, seine Schwester Pia Grundmann wurde mit Darisco Fünfte hinter der Dänin Karina Blabjerg. evb

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