23. September 2021

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BCH 2021: Westfälische Siegerin auf dem Dressurviereck 60 sechsjährige Dressurpferde bewarben sich um den Titel

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Warendorf (fn-press). Die sechsjährigen Dressurpferde machten den Anfang: Im Finale der 18 Besten wurden bereits am Turnier-Samstag die Schleifen verliehen. Zur Championesse dieser Altersklasse kürten die Richter die westfälische Stute Forever Valentine (v. Franziskus-Laurentio), die von Thomas Schulze vorgestellt wurde.

Das Finale der sechsjährigen Dressurpferde verlief etwas anders, als man hätte erwarten können. Etliche Pferde, die in der Qualifikation punkten konnten, präsentierten sich in der Entscheidung um die Medaillen unter ihren Möglichkeiten. So erging es auch dem potenziellen Champion Fürst Finest. Der Oldenburger Rapphengst, Sohn des Finest aus einer Hotline-Mutter, hatte die Qualifikation mit der Wertnote 9,0 gewonnen und für die Durchlässigkeit sogar die 9,5 bekommen. Der Österreicher Heinz-Jörg Wächter hatte den schicken Rappen bestens in Szene gesetzt. Doch im Finale zerplatzen für seinen Züchter und Besitzer Eberhard Maurer alle Goldträume. Dr. Dietrich Plewa, der die Richterentscheidungen fürs Publikum kommentierte, sagte: „Es ist nicht ein Tag wie der andere. Das Pferd wirkte heute zwar gelassen, aber auch müde.“ Plewa kritisierte unter anderem das schwache Überfußen, den unsicheren Takt zwischen den Schritt-Pirouetten, den Balanceverlust in der Volte sowie den recht flachen versammelten Galopp. Der Favorit auf den Titel wurde letztlich mit der Wertnote 7,6 (Platz 12) nach Hause geschickt.

So war der Weg frei für die westfälische Stute Forever Valentine, Tochter des Franziskus, Muttervater Laurentio. Sie erblickte bei der Zuchtgemeinschaft Heinrichmann/Pötter/Schulze das Licht der Welt, gehört Caoline von Zele und wurde von Thomas Schulze vorgestellt. Besonders gefiel der Jury der Galopp der Stute, den sie mit 9,0 belohnte. Plewa erläuterte: „Die Galopparbeit war der Höhepunkt der Prüfung, das Pferd sprang schnurgerade Wechsel, zeigte eine gute Schwebephase und eine tolle versammelnde Arbeit. Drei der vier Wechsel waren vorzüglich.“ Der Trab und der Schritt der Stute bekamen die 8,5, die Durchlässigkeit die 8 und der Gesamteindruck die 8,5, dies war auch das Endresultat. Sicher hat es auf dem Warendorfer Dressurviereck schon viele Champions gegeben, die mit Neuner-Gesamtnoten zu Gold marschiert waren, aber dem diesjährigen Feld mangelte es an „Gänsehautpferden“, auch deshalb, weil manche Reiter und Pferde ihre Leistungsfähigkeit an diesem Tag nicht abrufen konnten.

Die Silbermedaille sicherte sich mit dem Wallach Sheldon Cooper ein Sohn des dreimaligen Weltmeisters Sezuan (Muttervater Rosenstein). Das Deutsche Sportpferd (DSP) aus der Zucht von Enrico Schöbel und im Besitz von Carina und Sebastian Hanisch wurde mit der Gesamtnote 8,3 bewertet, wobei der Trab und Galopp jeweils die 9,0 erhielten. Der vergleichsweise schwache Schritt (7,0) drückte die Note nicht unerheblich. Sheldon Cooper hatte sich mit dem Sieg im Kleinen Finale in die entscheidende Runde „hochgearbeitet“.  

8,2 und damit Bronzee lautete das Ergebnis für den von Leonie Richter präsentierten Famous K v. Finest-Londonderry (Z.: Martina Knetsch, B.: Heike Kramer). Sein „bilderbuchgleiches Schreiten“, so Kommentator Plewa, belohnte die Richtergruppe mit der Note 9,0. Als einem der wenigsten Pferde des Feldes gelangen Famous alle vier Galoppwechsel vom Feinsten. Lediglich bei der Durchlässigkeit gab es leichte Abzüge (7,5). Die Qualifikation hatte der schwarzbraune Hengst mit 8,6 beendet. Die Durchlässigkeit (7,5) war auch der Kritikpunkt bei der ebenfalls mit der Gesamtnote 8,2 auf dem Bronzeplatz rangierenden Fuchsstute Vanity Fair, die Stefanie Wolf vorstellte. Die Vivaldi-Sandro Hit-Tochter kam bei der Zuchtgemeinschaft Wencek zur Welt und gehört der Rhenania Pferde GmbH.

60 sechsjährige Pferde traten in diesem Jahr in der Finalqualifikation an. Sie verteilten sich auf sieben Zuchtverbände. Am stärksten vertreten war der Oldenburger Verband mit 19 Pferden, gefolgt von Hannover (18), Westfalen (11), DSP (7), Rheinland (4) sowie Holstein und Mecklenburg (jeweils 1).   hen

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